Schachklub 1905 Zweibruecken e.V.

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Der Problemschachkomponist P. A. Orlimont

Dr. Ernst Krieger Eines der berühmtesten Mitglieder des Zweibrücker Schachklubs war der weltbekannte Problemschachkomponist P. A. Orlimont (8. Juni 1867 bis 13. April 1943). Orlimont, dessen bürgerlicher Name Ernst Krieger war, wurde im pfälzischen Wolfstein geboren und lebte bis zu seinem Tod in Zweibrücken. Nach seiner Reifeprüfung am Zweibrücker Herzog-Wolfgang- Gymnasium (1886) studierte Krieger in München und Heidelberg Jura. Seit November 1923 lebte er in der Rosenstadt, wo er sich alsbald dem Schachklub anschloss, der ihm nach eigenen Worten zu seiner zweiten Heimat geworden war und dem er zeitlebens treu blieb. Seinen Künstlernamen „verdankte“ Krieger seinen Mitschülern, die ihn wegen seiner Klugheit „Plato“ riefen. Krieger korrigierte diesen Spitznamen in „Plato minor“, was so viel heißt wie „Der kleinere Plato“. Aus den Buchstaben der lateinischen Bezeichnung bastelte Krieger später das Anagramm P. A. Orlimont, unter dem der Zweibrücker Berühmtheit erlangte.

Zum Schachspiel fand Krieger bereits während seiner Schulzeit. Bald begann er, Schachprobleme zu verfassen. Sein Erstlingswerk erschien 1886 in der Schachspalte der „Münchener Neuesten Nachrichten“. Ab 1900 veröffentlichte Krieger Schachprobleme unter seinem Pseudonym R. Frieder. Während seiner Studienzeit in München traf Krieger den Problemkomponisten Adolf Bayersdorfer, der dem jungen Pfälzer eine große Karriere als Problemkomponist voraussagte.

Nach einer mehrjährigen Pause trat Krieger 1914 wieder mit neuen Kompositionen in Erscheinung. Von nun an benutzte er ausschließlich den Decknamen P. A. Orlimont. Inspiriert wurde er nun vor allem durch das Buch „Das indische Problem“ von Johannes Kohtz und Carl Kockelkorn (erschienen in Potsdam 1903), das er für das bedeutendste der Problemliteratur hielt.

Doch Ernst Krieger alias P. A. Orlimont war auch als Vereinsspieler aktiv. Hierzu gibt es einen interessanten Zeitungsbericht aus dem Jahre 1937, verfasst von Edmund Hüther:

Da ließ sich 1923 in Zweibrücken ein älterer Rechtsanwalt nieder. Er trat gleich unserem Schachverein bei, wo sein kombinationsfrohes, fallen- und fintenreiches Spiel schnell unser Entzücken erregte und uns die Hölle heiß machte. [...] Seitdem ist P. A. O. ein treues Mitglied unseres Schachvereins, hat das hiesige Schachleben ungemein befruchtet, und die einheimischen Schächer, die sich bis dahin um Probleme den Teufel gekümmert hatten, zu tüchtigen Problemlösern und selbst Problemverfassern erzogen. [...] Er ist der einzige Pfälzer, dessen Name schachlich Weltgeltung hat und in der ganzen Schachwelt unbestrittenes Ansehen genießt. Weiter darf ich nichts Rühmendes sagen. Mein Freund und Problemlehrer hat nämlich auch seine Eigentümlichkeiten. Und dazu gehört, dass er jedesmal einen Wutanfall bekommt, wenn in der öffentlichkeit Aufhebens von ihm gemacht wird. [...] Er ist uns allen ein lieber, älterer Freund und Berater geworden. Sein kerniger, beißender, geistsprühender Humor hat den Zweibrücker Schachkreis erst zu der lebensfrohen, gemütlichen und geselligen Vereinigung gemacht, als die sie bekannt ist.

Hunderte von Schachproblemen wurden von Ernst Krieger im Laufe von fast 50 Jahren geschaffen; man findet diese in fast jedem entsprechenden Sammelband, ebenso wie man seinen „Künstlernamen“ P. A. Orlimont in jedem Schachlexikon entdecken kann. Der Schachklub Zweibrücken kann auf alle Fälle stolz sein, ein derart berühmtes Mitglied in seinen Reihen gehabt zu haben.
Peter Schwichow

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aktualisiert am 01.01.2005