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Der Problemschachkomponist P. A. Orlimont
Zum Schachspiel fand Krieger bereits während seiner Schulzeit. Bald begann er, Schachprobleme zu verfassen. Sein Erstlingswerk erschien 1886 in der Schachspalte der Münchener Neuesten Nachrichten. Ab 1900 veröffentlichte Krieger Schachprobleme unter seinem Pseudonym R. Frieder. Während seiner Studienzeit in München traf Krieger den Problemkomponisten Adolf Bayersdorfer, der dem jungen Pfälzer eine große Karriere als Problemkomponist voraussagte. Nach einer mehrjährigen Pause trat Krieger 1914 wieder mit neuen Kompositionen in Erscheinung. Von nun an benutzte er ausschließlich den Decknamen P. A. Orlimont. Inspiriert wurde er nun vor allem durch das Buch Das indische Problem von Johannes Kohtz und Carl Kockelkorn (erschienen in Potsdam 1903), das er für das bedeutendste der Problemliteratur hielt. Doch Ernst Krieger alias P. A. Orlimont war auch als Vereinsspieler aktiv. Hierzu gibt es einen interessanten Zeitungsbericht aus dem Jahre 1937, verfasst von Edmund Hüther: Da ließ sich 1923 in Zweibrücken ein älterer Rechtsanwalt nieder. Er trat gleich unserem Schachverein bei, wo sein kombinationsfrohes, fallen- und fintenreiches Spiel schnell unser Entzücken erregte und uns die Hölle heiß machte. [...] Seitdem ist P. A. O. ein treues Mitglied unseres Schachvereins, hat das hiesige Schachleben ungemein befruchtet, und die einheimischen Schächer, die sich bis dahin um Probleme den Teufel gekümmert hatten, zu tüchtigen Problemlösern und selbst Problemverfassern erzogen. [...] Er ist der einzige Pfälzer, dessen Name schachlich Weltgeltung hat und in der ganzen Schachwelt unbestrittenes Ansehen genießt. Weiter darf ich nichts Rühmendes sagen. Mein Freund und Problemlehrer hat nämlich auch seine Eigentümlichkeiten. Und dazu gehört, dass er jedesmal einen Wutanfall bekommt, wenn in der öffentlichkeit Aufhebens von ihm gemacht wird. [...] Er ist uns allen ein lieber, älterer Freund und Berater geworden. Sein kerniger, beißender, geistsprühender Humor hat den Zweibrücker Schachkreis erst zu der lebensfrohen, gemütlichen und geselligen Vereinigung gemacht, als die sie bekannt ist. Hunderte von Schachproblemen wurden von Ernst Krieger im Laufe von fast 50 Jahren geschaffen; man findet diese in fast jedem entsprechenden Sammelband, ebenso wie man seinen Künstlernamen P. A. Orlimont in jedem Schachlexikon entdecken kann. Der Schachklub Zweibrücken kann auf alle Fälle stolz sein, ein derart berühmtes Mitglied in seinen Reihen gehabt zu haben.
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aktualisiert am 01.01.2005 |