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Vereinschronik des SK 1905 Zweibrücken e.V.
Es ist nicht klar, was aus diesem Klub, sollte er
tatsächlich gegründet worden sein, geworden ist, da Belege aus dieser Zeit
leider fehlen. Bislang wurden keine weitergehenden Forschungen zu dieser Sache
angestellt. Das Zweibrücker Stadtarchiv wäre in diesem Zusammenhang keine
allzu große Hilfe, da es am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde und
somit fast alle wichtigen Unterlagen aus der Zeit vor 1945 verloren gingen. Es
wäre aber einen Versuch wert, im Landesarchiv Speyer nach weiteren Spuren aus
dem Jahre 1871 zu suchen. Sollte damals tatsächlich ein Klub gegründet worden
sein, hätte unser Verein inzwischen schon das 14. Jahrzehnt seines Bestehens
erreicht – gewiss ein stolzes Alter!
Im Jahr 1905 ist unser Schachklub erstmals
nachweislich erwähnt. Ein Kongressbuch des Deutschen Schachbundes, in welchem
neben Turnierpartien auch ein Verzeichnis aller damals im deutschen
Kaiserreich existierenden Schachvereine abgedruckt war, nennt die
Zweibrücker Schachfreunde, die immerhin über 19 Mitglieder
verfügten. Diese wurden im Kongressheft mit Namen, Adressen und sogar ihren
Berufen aufgeführt. Aus den Unterlagen lässt sich möglicherweise schließen,
dass der Verein schon einige Jahre zuvor gegründet worden war; eine direkte
Verbindung zu 1871 konnte jedoch bislang noch nicht nachgewiesen werden. Darum
hielt man sich auch bei der Neugründung 1956 an die definitiv feststehende
Jahreszahl 1905, die seitdem fester Bestandteil des Vereinsnamens ist.
Die 19 Mitglieder der Zweibrücker
Schachfreunde, von denen als Letzter der Studienprofessor a. D. Oskar
Tillmann im Jahre 1970 verstarb, waren fast ausschließlich höhere Beamte oder
Angehörige verwandter Berufe. Schach als Freizeitbeschäftigung der gebildeten
Schicht! Da die Beamten auch schon damals häufig versetzt wurden, schwankte
die Mitgliederzahl des Vereins ständig. Das spielerische Niveau konnte
folgerichtig niemals konstant bleiben, da die ständigen Fluktuationen immer
wieder zu Veränderungen führten.
Aus den Jahren 1912 und 1913 ist bekannt, dass die
Schachfreunde Zweibrücken ein Turnier um die Stadtmeisterschaft
veranstalteten. Als Sieger wird Oberingenieur Jakob Heister genannt; die
Plätze zwei und drei gingen an Musikdirektor Gustav Bensch und Kunstmaler
Adolf Eiffler.
Weitere Informationen zur Vorkriegszeit gibt es leider
nicht mehr. Sicher ist aber, dass der Schachklub bei Kriegsausbruch im Jahre
1914 rasch auseinanderfiel, da die meisten Mitglieder zur Front gerufen
wurden.
Neubeginn nach dem Ersten WeltkriegGegen Ende des Jahres 1919 trafen sich allmählich wieder einige Schachfreunde im Café Fuchs in der Hauptstraße, um die eine oder andere Partie Schach zu spielen. Bis zum Herbst 1920 wuchs die Zahl der Schachbegeisterten auf ein gutes Dutzend an. Allabendlich traf man sich zwischen 18 und 20 Uhr und spielte ein paar freie Partien. An ein geordnetes Vereinsleben war damals noch nicht wieder gedacht worden. Ausschlaggebend dafür, dass der Zweibrücker Schachklub letztendlich doch wiederbelebt wurde, war eine Simultanveranstaltung des deutschen Großmeisters Mieses in Kaiserslautern. Durch dieses Ereignis angeregt, wurde am 26. November 1920 im Café Fuchs die Wiedergründung des Schachklubs vollzogen. Die Vorarbeiten hierzu leistete Schachfreund Edmund Hüther, der sich bis ins hohe Alter stets unermüdlich für den Schachsport in Zweibrücken und in der Pfalz einsetzte. Noch Anfang der 1960er-Jahre war er als Vorstandsmitglied tätig. Auch Mitteilungen in der Presse trugen 1920 dazu bei, dass die Neuauflage des Schachvereins erfolgen konnte. Man spielte anfangs an den Schachbrettern, welche die Mitglieder aus ihrem Privatbesitz mitgebracht hatten, und auch die Schachliteratur wurde leihweise aus privater Hand zur Verfügung gestellt. Geldspenden sorgten dafür, dass der Verein nach und nach eigenes Spielmaterial beschaffen konnte. Und die Begeisterung unter den Schachfreunden war überwältigend, wie die Vereinschronik zu berichten weiß: 13. Dezember 1920. Der dreizehnte ist und bleibt ein Unglückstag. Heute Nacht wurde Herr Studienrat B. mitten in einer Schachpartie nach erst siebenmaliger Aufforderung zum Verlassen des Lokales von zwei kunstfeindlichen, verständnis- und rücksichtslosen Angehörigen unserer Ortspolizei wegen Überschreitung der Polizeistunde aufgeschrieben, trotzdem er bereits mit Hut und Mantel bekleidet im Stehen seine Züge machte und wir alle beschwören können, dass er bei dieser Partie nicht mehr mit Überlegung handelte. Sein Name wird als der eines Märtyrers für unsere hohe Sache auf ewig mit goldenen Lettern in unserer Vereinsgeschichte eingetragen bleiben.Das Schachspiel war in der Folgezeit auf dem besten
Wege zu einem Volksspiel. Die Mehrzahl der 34 (!) Mitglieder bei der
Wiedergründung gehörte zwar noch zur Klasse der Gebildeten, doch
auch die übrige Bürgerschaft war nun schon zahlreich vertreten, konnte sogar
nach kurzer Zeit eine zahlenmäßige Überlegenheit erreichen. Die berufliche und
soziale Gliederung innerhalb des Vereins wandelte sich in der Folgezeit mehr
und mehr; der Schachklub Zweibrücken wurde zu einem Verein, in dem wirklich
jeder Schachbegeisterte, gleich welcher Herkunft, mitspielen konnte. Ab Sommer
1921 ließ das Interesse am Schachspiel merklich nach; die Mitglieder mussten
sich mit den Sorgen des Alltags quälen: Geldentwertung und sinkender
Lebensstandard ließen die Freude am königlichen Spiel in den Hintergrund
treten. Das änderte sich erst 1923 wieder, als durch die politischen
Verhältnisse (Ruhrbesetzung, Verhaftungswellen etc.) der
Selbstbehauptungswille der Bevölkerung wieder gestärkt wurde. Obwohl jeder
Spielabend des Schachklubs vom französischen Kreisdelegierten schriftlich
genehmigt werden musste, kamen zu diesen Treffen immer mehr Schachfreunde
zusammen. Im April 1923 wurde der Mitgliederbeitrag auf 300 Mark festgelegt –
wohlgemerkt monatlich! Während der Inflation, als 1.000 Mitgliedsbeiträge
nicht mehr ausgereicht hätten, um eine Postkarte zu frankieren, wurde
folgendes festgelegt: Der Monatsbeitrag beträgt so viel, wie bei seiner
Zahlung ein 3/10 Glas Zweibrücker Bier kostet. Für die Beheizung des
Spiellokals sollten pro Spielabend vom Verein 4 Francs gezahlt werden. Darum
wurde der Mitgliederbeitrag auf 1 Franc festgesetzt. Als 1924 schließlich
Reichsmark als Zahlungsmittel zugelassen wurden, hatte der Schachklub einen
Kassenbestand von 2 Francs, das waren 0,50 Reichsmark.
Zum Beitritt des Zweibrücker Schachklubs in den
Pfälzischen Schachbund, der erst wenige Jahre zuvor (1921) gegründet worden
war, werden zwei verschiedene Daten genannt. In einer Vereinschronik ist von
Mai 1924 die Rede, während die Festschrift des PSB aus dem Jahre 1996 als
Beitrittsjahr 1925 angibt.
Aus dem Jahre 1924 sind gleich mehrere schachliche
Aktivitäten der Zweibrücker Klötzchenschieber überliefert: Es gab
zwei Freundschaftskämpfe gegen Homburg, die jeweils mit hohen Zweibrücker
Siegen endeten (9,5:2,5 und 7,5:2,5). Es folgte ein so genanntes
Winterturnier, an dem sich nicht weniger als 26 Spieler beteiligten! Es wurde
in drei Gruppen doppelrundig gespielt. Überlegener Sieger der Gruppe A wurde
Edmund Hüther mit 15 Punkten aus 16 Partien. Auf den weiteren Plätzen folgten
abgeschlagen die Spieler Baumann und Eß mit je zehn Zählern.
Höhepunkt des Jahres war jedoch die
Blindsimultanvorstellung, die Meisterspieler Mieses in Zweibrücken gab. An
sechs Brettern erreichte er immerhin drei Siege und drei Punkteteilungen.
Ein Jahr später wurde die Reihe der Städteturniere und
Freundschaftskämpfe, die man damals zum Kräftemessen mit anderen Mannschaften
gerne veranstaltete, fortgesetzt. Gegen Landau gab es zunächst ein
Städteturnier, das die Vorderpfälzer mit 9:5 für sich entscheiden konnten.
Dies tat jedoch der guten Stimmung unter den Zweibrücker Schachfreunden keinen
Abbruch: Ein gemeinsamer Ausflug mit den Landauern auf die Madenburg und ein
gemütlicher Abend mit Tanz und Musik lässt auf eine freundschaftliche und sehr
gesellige Atmosphäre schließen. Es folgten im gleichen Jahr zwei weitere
schachliche Auseinandersetzungen mit Landau: Hierbei wurden die Erfolge recht
gleichmäßig verteilt. Landau gewann den ersten Kampf mit 10:3, während
Zweibrücken im Rückspiel mit dem gleichen Resultat siegte.
Zum Winterturnier 1926/27 meldeten sich nur 17
Teilnehmer. Es wurde ein Rundenturnier durchgeführt, das erneut Edmund Hüther
als Sieger sah. Er gewann wieder überlegen mit 15 Punkten aus 16 Partien. Die
Nächstplatzierten waren Uhland (11 Punkte), Nusch und Dr. Weber (je 10,5
Punkte). In ähnlicher Weise wurden auch in der Folgezeit vereinsinterne
Turniere gespielt, zu denen noch heute die Turniertabellen existieren. Ebenso
sind noch Aufzeichnungen von Freundschaftskämpfen und sogar einzelne Partien
überliefert. Bemerkenswert: Die bei weitem beliebtesten Eröffnungszüge waren
1. e4 e5.
Eine Kurzpartie Hüther – Dr. Krieger (P. A. Orlimont)
vom 1. Mai 1928: 1. e4 d5 2. ed5: Dd5: 3. Sc3 Da5 4. d4 Lf5 5. Ld2 Sc6 6.
Lb5 Db4 7. Df3 Ld7 8. Sge2 0-0-0 9. 0-0 Sd4: 10. Sd4: Dd4: 11. Le3 Lg4?
12. Dg3 und Schwarz gab auf.
Schachkongress in ZweibrückenZweibrücken war 1928 erstmals Austragungsort des Pfälzischen Schachkongresses. Dieser fand vom 6. bis 9. April statt und stellte einen Höhepunkt im damaligen Vereinsleben dar. Am Festabend überreichte Hermann Römmig dem Problemkomponisten P. A. Orlimont im Auftrag des Vorstandes des Deutschen Schachbundes die Ehrenmedaille des DSB aus Meißener Porzellan. Vom Kongress selbst verdient der Sieg des Zweibrückers Stoffel im Meisterschaftsturnier besondere Erwähnung. Im darauf folgenden Jahr setzte sich der Erfolgsweg dieses Spielers fort: Platz drei im Meisterturnier, welches von Edmund Hüther gewonnen wurde. Außerdem gab es 1929 den Sieg eines anderen Zweibrückers beim Kongress in Landau zu vermelden: Schmidt gewann im Hauptturnier.Zum damaligen Schachkongress liegen Auszüge aus der
Festschrift vor. Darin heißt es u. a.: Die Meldungen die
spätestens [...] einzureichen sind, geschehen nur durch die Vereine, die
dadurch für die entsprechende Spielstärke die Gewähr übernehmen. Vorbedingung
ist, dass die Vereine, deren Mitglieder am Kongress teilnehmen wollen, ihrer
Beitragspflicht genügt haben. Spielweise: Schweizer System Sieger ist,
wer aus der Anzahl der vorgeschriebenen Partien die meisten Punkte erhält.
Zeitbeschränkung: Meisterturnier: 15 Züge in 1 Stunde,
Meisterschaftsturnier: 18 Züge in 1 Stunde, evtl. dasselbe im Hauptturnier.
Kontrolle: erstmalig nach 2 Stunden; später nach 1 Stunde.
Spielzeiten: Vormittags 9-1 und Nachmittags 3-7 Uhr. Erledigung der
Hängepartien nach Anordnung der Turnierleitung. (Die Spieler werden gebeten,
Schachuhren mitzubringen.) [...]
Die Startgelder bewegten sich im Rahmen von 2 RM für
das Nebenturnier und 6 RM für das Meisterturnier. Daneben wurde ein Reuegeld
in Höhe von 5 RM erhoben. Als Preisgelder wurden zwischen höchstens 15 RM
(Nebenturnier) und höchstens 50 RM (Meisterturnier) ausgeschüttet. Die Hälfte
der Teilnehmer sollte Preise erhalten.
Im Jahre 1929 wurde Edmund Hüther 2. Vorsitzender des
Pfälzischen Schachbundes. Er hatte das Amt bis 1932 inne.
Ansonsten wurde das Schachspiel damals im Rahmen von
Freundschaftsspielen gepflegt. 1929 spielte Zweibrücken zweimal gegen Homburg
und einmal gegen Landau. Gegen Homburg gab es einen 8,5:5,5-Sieg und eine
knappe 5,5:6,5-Niederlage (in letzterer Begegnung spielten an den
Spitzenbrettern Hüther und Krieger alias P. A. Orlimont für Zweibrücken);
gegen die Vorderpfälzer gewann man mit 7:5. Im darauf folgenden Jahr besiegte
Zweibrücken Landstuhl in zwei Begegnungen jeweils deutlich mit 7:1 und
8,5:2,5.
1931 war Zweibrücken Austragungsort eines
Länderkampfes zwischen der Pfalz und dem Saarland. Damals setzten sich die
Saarländer mit 7:5 Punkten durch.
1932 gab es wieder einen Sieg eines Zweibrückers beim
Kongress (diesmal in Ludwigshafen): Gerhard Weißgerber gewann das
Meisterturnier! Daneben gab es auch in Zweibrücken selbst einen schachlichen
Leckerbissen: Der Meisterspieler Bogoljubow gab eine Simultanvorstellung in
der Rosenstadt.
Im Spätsommer 1932 verließen sechs Mitglieder den
Zweibrücker Schachklub und gründeten die Schachgesellschaft
Zweibrücken, die aber nur wenige Monate Bestand haben sollte.
Die Nationalsozialisten sahen im Schach zunächst einen
geistigen Massenkampfsport, einen Kriegsdenksport und eine geistigen
Wehrkampfsport, der anfangs gezielt gefördert wurde. Deutliches Indiz hierfür:
Propagandaminister Joseph Goebbels wurde Leiter des Großdeutschen
Schachbundes. Gemäß eines Schreibens des Großdeutschen Schachbundes und des
Deutschen Schachbundes an den Pfälzischen Schachbund vom 23. April 1933
sollten alle Schachvereine und -verbände im Großdeutschen Schachbund
zusammengefasst werden. Hierzu wurden organisatorische Maßnahmen angekündigt.
Hermann Römmig, 1. Vorsitzender des PSB und Schatzmeister des DSB, leitete den
Brief am 1. Mai 1933 an die Vereine des PSB weiter. Begleitend merkt er an:
Da es mir unerlässlich erscheint, dass das Amt des 1. Vorsitzenden von
einem Nationalsozialisten bekleidet wird, so lege ich den Vorsitz des Bundes
hiermit nieder, wovon ich gleichzeitig dem Großdeutschen Schachbund Mitteilung
mache. Mein Nachfolger wird wohl in aller Kürze von dem kommissarischen Leiter
des Großdeutschen Schachbundes ernannt werden. Die übrigen Herren des
Vorstandes haben m. A. n. keine Veranlassung, sich meinem Vorgehen
anzuschließen.
Dank finanzieller und organisatorischer Förderung
durch die Nazis erlebte das pfälzische Schach einen starken Aufschwung,
wenngleich es auch restriktive Maßnahmen durch die braunen Machthaber gab: So
wurden Nichtarier sofort aus den Schachvereinen ausgeschlossen,
Arbeiterschachklubs zwangsaufgelöst oder Schachvermögen konfisziert.
In der Kongress-Festschrift des Schachklubs
Zweibrücken aus dem Jahre 1963 erinnerte sich Edmund Hüther an die Zeit des
Dritten Reichs: Im Frühjahr 1933 wurden auch wir
nationalsozialistisch gleichgeschaltet. Wir machten nolens volens
den ganzen Propagandarummel des unter des SA-Mannes Eckrich durch keine
Fachkenntnis getrübten Führung stehenden Pfälzischen Schachbundes mit und
beteiligten uns nach Eckrichs unrühmlichem Abgang unter seinem Nachfolger, dem
damals in Pirmasens wohnhaften ehrlichen Schachfreund und Schachkönner
Rastfeld, an allen Verbandskämpfen und Verbandsveranstaltungen. Nach Rastfelds
Ausscheiden wurden uns aber das ständige Organisieren und Kommandieren der
Naziführung des Bundes zu dumm, weil dadurch eine freie Schachentfaltung, wie
wir sie seit Gründung des Klubs verstanden, unmöglich wurde. Wir stellten
einfach jede Beitragsleistung an den Bund ein und machten, was wir wollten.
Damals, im Frühjahr 1939, entstand das von uns noch heute gesungene Kampf- und
Trutzlied unseres Klubs. Letztere Äußerung erscheint allerdings etwas
zweifelhaft, da im Liedtext einige Ausdrücke vorkommen, die auf ein Entstehen
des Schutz- und Trutzliedes erst nach dem Zweiten Weltkrieg schließen
lassen. Wenige Wochen vor Kriegsbeginn wurde Edmund Hüther von den Nazis als
Vorsitzender des Schachklubs abgesetzt.
Pfälzisches Schach neu organisiertDie schachliche Landschaft der Pfalz wurde 1933 neu eingeteilt: Fortan existierten acht Kreise und vier Bezirke. Zweibrücken und Thaleischweiler bildeten den Kreis 7, der dem Bezirk West angegliedert war. Diesem Bezirk gehörten außerdem noch die Schachklubs aus Pirmasens (SK und SF), Rodalben und Donsieders an, die im Kreis 6 zusammengeschlossen waren.Vom 17. bis 19. November 1933 fand in
Neustadt/Weinstraße der 1. Nationale Pfälzische Schachkongress statt. Sieger
des Meisterturniers wurde der Zweibrücker Gerhard Weißgerber, während sein
Vereinskamerad Braun das Nebenturnier für sich entschied. Eine Besonderheit
dieses Kongresses: Unterkunft und Verpflegung waren für alle Teilnehmer
kostenlos! Ein Indiz für die anfängliche Unterstützung des Schachsports durch
die Nazis. Ein Turniertag begann um 7 Uhr mit dem Aufstehen, eine halbe Stunde
später fand ein gemeinsamer Spaziergang statt, ehe um 8.30 Uhr Frühstück
serviert wurde.
Speziell vom Schachklub Zweibrücken gibt es aus dem
Jahre 1933 zu berichten, dass es zwei Vergleichskämpfe gegen Pirmasens gab.
Der Verbandskampf wurde von den Zweibrückern mit 2,5:1,5 gewonnen, während ein
Freundschaftsspiel an neun Brettern mit einer 2:7-Niederlage endete.
In der Folgezeit wurde der Verein von Dr. Grüber
geführt. Zweibrücken war einer von insgesamt 39 Schachklubs in der Pfalz (zum
Vergleich: heute sind es etwa 70). Dem Bezirk West gehörten folgende Vereine
an: SK Dahn, SK Donsieders, SK Hauenstein, SF Pirmasens, SK Pirmasens, SC
Rodalben, SK Thaleischweiler und SK Zweibrücken.
Im Jahre 1935 wurde Edmund Hüther bei einem Wettkampf
Pfalz gegen Bayern eingesetzt. Es ist lediglich überliefert, dass er remis
spielte. Ebenfalls erwähnt die Chronik eine Simultanvorstellung des
Großmeisters Wilhelm Gudehus in Zweibrücken. Über das Ergebnis ist jedoch
nichts bekannt.
1936 warb Propagandawart Dr. Bachl für die aktive
Selbstdarstellung der Vereine. Als geeignete Mittel, einen Schachklub
wirkungsvoll zu präsentieren, nannte er u. a. Mitgliederversammlungen, die
Durchführung einer Leistungsschau, die Darstellung des Vereinsvermögens oder
der Vereinsfahne, ein aktives Vereinsleben, Geschenke an verdiente Mitglieder,
Auszeichnungen, gut durchdachte Formulare, gesellige Veranstaltungen, das
Festhalten besonderer Ereignisse im Foto, die Erstellung von Vereinschroniken
und Vereinsrundschreiben. Pfälzische Schachspieler sollten darüber hinaus
gezielter geschult werden (ein Anliegen, das auch heute von großer Aktualität
ist). Hierzu fand ein Trainingsturnier für mittel- und süddeutsche
Spitzenspieler in Stadtprozelten statt. Der Zweibrücker Gerhard Weißgerber
konnte dieses Turnier für sich entscheiden und somit seine Spitzenstellung im
pfälzischen Schach demonstrieren. Im darauf folgenden Jahr belegte er beim
Schachkongress in Bad Dürkheim einen zweiten Platz im Meisterturnier.
In der Hoffnung, eine bessere finanzielle Förderung zu
erhalten, trat der PSB aus dem Großdeutschen Schachbund aus und schloss sich
der KdF (Kraft durch Freude -> Nazi-Einrichtung zur Durchführung von
Massenfreizeitveranstaltungen und Massenreisen für Arbeitnehmer) an.
Wenige Wochen vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
wurde der Vorsitzende Edmund Hüther auf Befehl des Pfälzischen Schachbundes
für abgesetzt erklärt, was von den Zweibrücker Schachfreunden aber ignoriert
wurde. Als dann jedoch die Stadt Anfang September 1939 geräumt werden musste,
war es mit der Herrlichkeit des Schachklubs schlagartig zu Ende.
Nach der Rückkehr der Bevölkerung im August 1940
trafen sich indes wieder einige Schachfreunde in ihrem Spiellokal, das im März
1945 leider dem alliierten Bombenhagel zum Opfer fiel. Mit seinem Klublokal
verlor der Verein auch sein gesamtes Spielmaterial und eine große Zahl an
Schachbüchern. Erneut kam das königliche Spiel in Zweibrücken völlig zum
Erliegen.
Die unmittelbare Nachkriegszeit1946 fanden sich allmählich wieder einige Schachfreunde zusammen. Sie trafen sich in den Behausungen der Spieler, die das Glück hatten, überhaupt noch ein Dach über dem Kopf zu haben. Ab 1947 diente ein notdürftig hergerichtetes Lokal als Unterkunft, so dass nach Zulassung durch die französische Militärverwaltung der allwöchentliche Schachabend wieder eingeführt werden konnte. In der Folgezeit musste man das Lokal ständig wechseln, dennoch wurden schon bald wieder Verbandsspiele durchgeführt. Es existierte zu dieser Zeit die recht erfolgreiche Schachabteilung des VfR (heute VB) Zweibrücken, deren Mannschaft ab 1949 zu den Spitzenteams der Westpfalz gehörte.Bereits 1947/48 wurde ein erstes Vereinsturnier in
Zweibrücken ausgetragen. Zwölf Spieler kämpften dabei um Punkte und Plätze. Am
Ende gab es folgende Tabelle: 1. Schmid (9 Punkte), 2. Uhland (8), 3. Hüther
(8), 4. Ohlemacher (7,5), 5. Verst (6), 6. Römmig (6), 7. Mootz (5,5), 8.
Semar (4), 9. Korn (3,5), 10. Reubold (3), 11. Stey (3), 12. Staufer
(2,5).
1947 begannen die organisatorischen Vorarbeiten zur
Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Pfalz. Maßgeblich war daran Hermann
Römmig beteiligt, der damals immerhin die deutsche Kontaktperson des
Weltschachbundes FIDE war. Bei Wiedergründung des PSB am 26. September 1948
wurde Römmig sofort zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zusammen mit 14 anderen
Vereinen gehörte die Schachabteilung des VfR Zweibrücken (15 registrierte
Mitglieder) zu den ersten Klubs, die schon damals (wieder) in den PSB
aufgenommen wurden. 1949 wurden dann endlich die neuen Bundesklassen
eingeführt. Die Bundesklasse Hinterpfalz bestand laut Festschrift des PSB aus
den Vereinen Kaiserslautern I und II, Kindsbach, SK Pirmasens, SV Pirmasens,
Ramstein, Rodalben und Zweibrücken; die Tageszeitung Rheinpfalz nennt
in ihrer Ausgabe vom 5. März 1949 jedoch nur die Vereine Kaiserslautern,
Kindsbach, 1. FC Pirmasens, SV Pirmasens, Rodalben und Zweibrücken. In einer
drei Monate dauernden Saison wurde damals der erste Meister der
Pfalz ermittelt.
Unterhalb der beiden Bundesklassen gab es pfalzweit
vier Bezirke, wobei der VfR Zweibrücken im Bezirk West spielte. Die Heimspiele
des VfR fanden damals im Zweibrücker Hof statt.
Als herausragendes Turnierergebnis aus dem Jahre 1949 ist die pfälzische Vizemeisterschaft von Edmund Hüther beim Kongress in Landstuhl zu nennen. 1950 qualifizierte sich der VfR Zweibrücken als
Meister der Verbandsklasse West für die Endrunde um die pfälzische
Mannschaftsmeisterschaft. Gegner waren Kaiserslautern sowie die späteren
Bundesligisten Ludwigshafen und Neustadt. Über den Ausgang dieser
Meisterschaft ist leider nichts bekannt.
Ein Jahr später wurden in der Pfalz vier Landesklassen
eingerichtet. Zusammen mit Annweiler, den beiden Pirmasenser Vereinen und
Waldfischbach-Rodalben bildete der VfR die Landesklasse West. Nach einem
weiteren Jahr fand sich Zweibrücken in der Pfälzischen Bundesklasse wieder, wo
die Gegner Kaiserslautern, Landstuhl, Ludwigshafen, Mundenheim, Neustadt,
Pirmasens und Speyer hießen. Die weitgehend noch heute gültige Einteilung der
Bezirke wurde dann im Jahre 1955 vorgenommen – zu einer Zeit, in der es die
Schachabteilung des VfR nicht mehr gab. Spielermangel und Interesselosigkeit
führten 1953 dazu, dass das königliche Spiel in einen
Dornröschenschlaf verfiel. Das letzte überlieferte Vereinsturnier
wurde 1952 mit nur noch neun Teilnehmern ausgetragen.
Ein erstes Frühjahrsturnier wurde 1957 in
zwei Gruppen ausgespielt. Immerhin 20 Spieler nahmen daran teil. Die
Endplatzierungen: Gruppe 1: Verst, Haufe, Schmid, Ohnesorg, Semar, Reubold,
Kalnins, Kuhn, Deubel; Gruppe 2: Meister, Neuhardt, Rzany, Pinkert, Gafron,
Kuchenbrod, Weber, Kless, Grub, Kunik, Brodda. In einer Zeitungsnotiz über
dieses Turnier wurde darauf verwiesen, dass der Verein zwei wöchentliche
Spielabende hatte: dienstags im Gasthof Hitschler und samstags (!) im
Kronprinzen.
Schon zwei Jahre nach der Wiedergründung musste der
Schachklub sein Spiellokal in der Fruchtmarktstraße wieder verlassen. Für
kurze Zeit genoss man Gastrecht im Wirtshaus Kronprinz, ehe 1959 der Umzug in
die Gaststätte Grüner Baum anstand. Auch dies wurde keine dauerhafte Bleibe.
Bereits 1960 musste sich der Schachklub wieder ein neues Vereinslokal suchen –
und hatte Glück: Erwin Stalter, der zweite Vorsitzende, übernahm die
elterliche Gastwirtschaft Rote Laterne in der Himmelsbergstraße und
sorgte dafür, dass der Schachklub in der Folgezeit stets einen schönen
Treffpunkt hatte, wo sich die Freunde des königlichen Spiels sehr wohl
fühlten.
Im Jahre 1961 wurde die erste Mannschaft Meister der
Bezirksklasse und stieg in die Landesklasse auf. In der Besetzung Fritz
Schmid, Edmund Hüther, Ernst Knoll, Rolf Reubold, Karl Ohnesorg, Ludwig
Meister, Ernst Brüderle und Karl Sand gab sie keinen einzigen Punkt ab. Die
zweite Mannschaft belegte als Aufsteiger immerhin den vierten Platz unter acht
Startern.
Für seine großen Verdienste um das pfälzische Schach
wurde Edmund Hüther 1961 vom Pfälzischen Schachbund mit der silbernen
Ehrennadel ausgezeichnet. Als Spieler und Funktionär hat Hüther im Laufe
mehrerer Jahrzehnte sehr viel für das Schach in Zweibrücken und in der Pfalz
getan. Seine sportlichen Erfolge aufzuzählen, würde den Rahmen sicher
sprengen. Als Funktionär war er von 1929 bis 1932 zweiter Vorsitzender des
PSB; auch im Verein hatte er lange Jahre wichtige Ämter inne.
Ein Jahr nach dem Aufstieg in die Landesklasse gab es
für die erste Mannschaft erneut Grund zum Feiern: Mit dem Gewinn der
Meisterschaft der Landesklasse West qualifizierte man sich für die
Aufstiegskämpfe zur Meisterklasse gegen den Sieger der Landesklasse Ost, SV
Worms 1878! Über deren Ausgang ist nichts bekannt, doch der Aufstieg gelang
leider nicht: Man spielte auch in den folgenden Jahren weiterhin in der
Landesklasse.
Wieder ein Schachkongress in ZweibrückenIm Jahre 1963 (vom 19. bis 26. Mai) war der Schachklub Zweibrücken Ausrichter des 32. Pfälzischen Schachkongresses. Gespielt wurde damals an zwei verschiedenen Orten: An den ersten vier Tagen im Vereinslokal Rote Laterne und danach in der Festhalle. Die Kongressleitung oblag Edmund Hüther, Siegfried Grub und Edmund Michel; Turnierleiter waren Friedrich Vater und Hans Pinkert; die Kasse verwaltete Josef Kunik. Es gab ein Meisterturnier, ein Meisteranwärterturnier, ein Hauptturnier, ein Nebenturnier, ein Damenturnier, ein Seniorenturnier und ein Blitzturnier. Für Hängepartien wurde viel Zeit gelassen, doch auch unter der Rubrik Sonderveranstaltungen gab es Interessantes: Eine Besichtigungsfahrt am Mittwochnachmittag, ein Vortrag von Dr. Lauterbach aus Heidelberg am Freitagabend und ein großer Festabend mit Ehrungen und Tanz am Samstag. Interessant auch ein Hinweis unter den Turnierbestimmungen: Remis war vor dem 30. Zug nicht erlaubt!Besonders erwähnenswert ist überdies die viel
beachtete Simultanveranstaltung mit Großmeister Wolfgang Unzicker in der
Festhalle. Vor Unzicker weilten bereits die Großmeister Reti, Bogoljubow,
Sämisch, Spielmann und Gudehus zu Simultanveranstaltungen in Zweibrücken.
Der langjährige Bezirksspielleiter Dr. Hans Schmitt
würdigte den Zweibrücker Kongress als einen der teilnehmerschwächsten, lobte
aber Programmgestaltung und Ablauf. Das Ziel der Kongressvergabe an
Zweibrücken lautete: Propagandistische Schützenhilfe für junge,
aufstrebende Vereine!
Neben dem Kongress richtete der SKZ im gleichen Jahr
auch die pfälzischen Jugendmeisterschaften aus.
In der Folgezeit wurde es insgesamt etwas ruhiger um
den Zweibrücker Schachklub. Es gab zwar weiterhin schöne Turniererfolge, doch
war die Zeit spektakulärer Umbrüche und bedeutender Veränderungen, wie man sie
bis dato eigentlich immer erlebt hatte, vorbei. Das Vereinsleben blieb nach
wie vor lebendig, es wurden Feste gefeiert, Ausflüge unternommen und sogar
Jugendfreizeiten durchgeführt. Ein Fotoalbum in der vereinseigenen Bibliothek
erinnert noch heute daran. Und es wurde weiterhin eifrig Schach gespielt – mit
teilweise beachtlichem Erfolg: Als 1965 die Vorrunde der deutschen Jugend-
Mannschaftsmeisterschaft ausgetragen wurde, gehörte Norbert Michel der
pfälzischen Auswahl an. Mit seinen 2,5 Punkten, die er damals holte, war er
als zweitbester Spieler seines Teams maßgeblich am guten Abschneiden der
Pfalzauswahl beteiligt, die immerhin einen zweiten Platz belegte. Und auch die
Vereinsmannschaften des SKZ waren nicht schlecht: Als 1966 die Regionalliga
neu eingeführt wurde, war Zweibrücken sogleich mit von der Partie. Zusammen
mit Dahn, Frankenthal, Kaiserslautern, Landau, Mundenheim II, Pirmasens,
Rodalben, Waldfischbach und Worms kämpfte Zweibrücken in den folgenden sechs
Jahren auf höchster pfälzischer Ebene um Punkte und (möglichst gute)
Platzierungen. Und auch die zweite Mannschaft des SKZ machte 1966 von sich
reden, gelang ihr doch erstmals der Aufstieg in die Landesklasse West! Leider
währte ihr Glück nur ein Jahr, dann musste die Zweite wieder in
die Bezirksklasse zurück. Es ist überliefert, dass sie in der Landesklasse
häufig vom Pech verfolgt und oft nur knapp unterlegen war, doch 2:14
Mannschaftspunkte sprechen eine deutliche Sprache. In der folgenden Saison
durfte sich Zweibrücken II dann in der Bezirksklasse gleich mit
Konkurrenz aus dem eigenen Lager messen, denn 1967 stieg die dritte Mannschaft
erstmals in die Liga auf, in welche die zweite gerade abgestiegen war. Auch
für Zweibrücken III erwies sich die Höhenluft nach dem Aufstieg als zu dünn –
1968 erfolgte postwendend die Rückkehr in die Kreisklasse. Erfreulicher war da
schon der zweite Rang von Norbert Michel im Hauptturnier des Kongresses.
Seit 1969 ist der SKZ an der Städtepartnerschaft mit
dem französischen Boulogne-sur-Mer beteiligt. Bei jeder Sportbegegnung stehen
seitdem auch immer wieder Vergleichskämpfe gegen den Cercle Boulonnais des
échecs auf dem Programm. Es haben sich dabei über die Jahre hinweg
teilweise schöne freundschaftliche Beziehungen unter den Mitgliedern beider
Vereine ergeben.
Nachdem das Hotel Löwenburg (Rote Laterne) 1970
an andere Pächter übergeben worden war, die mit dem Schachspiel offenbar wenig
im Sinn hatten, musste nach zehn Jahren der beständigen Sesshaftigkeit wieder
ein neues Quartier gefunden werden. Und auch diesmal hatte der Schachklub
großes Glück: Für mehr als ein Vierteljahrhundert war das Hotel Löhle in der
Poststraße 22 fortan die Heimat der Denksportler. Paula Sebald, die inzwischen
verstorbene langjährige Inhaberin, brachte für die Belange der Schachspieler
immer viel Verständnis auf, wofür ihr die Mitglieder des Vereins stets sehr
dankbar waren. Kurz nach ihrem Tod im Februar 1997 wurde das Hotel Löhle
geschlossen. Als neues Domizil diente dem Schachklub dann zwei Jahre lang das
Kaminzimmer des Reit- und Fahrvereins in der Gestütsallee, wo der Verein
jedoch nie richtig heimisch werden konnte. Im April 1999 beschloss daher eine
außerordentliche Mitgliederversammlung mit überwältigender Mehrheit den Umzug
ins Gasthaus Zum Roten Ochsen in Zweibrücken-Ixheim. Dort können die
Freunde des königlichen Spiels nun wieder in gemütlicher Atmosphäre ihrem
Denksport nachgehen und sich wohl fühlen.
Durch einstimmiges Votum gab sich der SK Zweibrücken
in seiner Jahreshauptversammlung vom 21. Juni 1974 erstmals eine geschriebene
Satzung, die in erster Linie Bestandteile aus vorangegangenen Beschlüssen der
Vorstandschaft beziehungsweise der Mitgliederversammlungen enthielt. Als Zweck
des Vereins wurde die Pflege des königlichen Spiels festgeschrieben – und zwar
vorrangig auf Grund seiner künstlerischen und logischen Schönheit. Eine
grundlegende Satzungsänderung erfolgte dann erst im Zuge der Umwandlung des SK
Zweibrücken in einen eingetragenen Verein; diese neue Satzung erlangte am 12.
September 1998 Gültigkeit (überarbeitete Fassung: 17. Januar 2004).
Anfang der 70er-Jahre gab es vom SK Zweibrücken
ansonsten hauptsächlich über Veränderungen von Ligazugehörigkeiten zu
berichten. So stieg die zweite Mannschaft 1970 wieder in die Landesklasse auf,
um sie dann aber nach einjährigem Gastspiel wieder verlassen zu müssen. Diesem
Abstieg folgte ein weiteres Jahr später der Gang der ersten Garnitur des SKZ
von der Regionalliga hinunter in die Landesklasse.
Das Vereinsturnier wurde in den 70er- und frühen 80er-
Jahren von zwei Spielern maßgeblich geprägt: Hans Herbig und Harald Fischer
errangen zwischen 1971 und 1984 jeweils sechs Klubmeistertitel. Herbig holte
darüber hinaus auch achtmal den Vereinspokal (Rekord) und wurde viermal
Blitzmeister (Fischer: vier Siege im Pokal und zwei beim Blitzschach). Die
bislang meisten internen Titel holte indes Matthias Heidenreich, der zwischen
1984 und 1996 auf insgesamt 24 erste Plätze kam (sechs im Vereinsturnier, fünf
im Pokal, zwei im Schnellschach und elf beim Blitzen). Im Blitzschach ist er
Rekordsieger, gemeinsam mit Norbert Michel, der diese besonders schnelle
Disziplin in den 60er- und frühen 70er-Jahren am besten unter allen SKZlern
beherrschte.
Jugendarbeit wurde schon damals groß geschriebenDas Jugendschach in Zweibrücken stand in der Zeit um 1974 in voller Blüte. Erstmals in der Vereinsgeschichte überwog die Zahl der jugendlichen Vereinsmitglieder im Vergleich zu den Erwachsenen (30 zu 24). Als Grund für diese erfreuliche Entwicklung ist eine gezielte und intensive Werbung für das Jugendschach zu nennen, die sich unter anderem in der Durchführung von Stadt-Jugendmeisterschaften zeigt. Derartige Turniere wurden bis 1983 häufig ausgetragen, was regelmäßig der Jugendabteilung des Schachklubs zugute kam. Eine Neuauflage scheiterte 1990 am mangelnden Interesse der Zweibrücker Jugend. Ein weiterer Grund für den enormen Aufschwung des Jugendschachs Mitte der 70er-Jahre ist auch in der erfolgreichen Arbeit des damaligen Jugendleiters Karl Kuchenbrod zu sehen, der die Nachwuchsabteilung des SKZ länger als jeder andere Betreuer nach ihm führte. Dass man beim PSB einen solchen Eifer zu würdigen wusste, zeigte sich 1979, als dem SK Zweibrücken die ehrenvolle Aufgabe zuteil wurde, die pfälzischen Schülermeisterschaften ausrichten zu dürfen.Die Jahre 1975 bis 77 waren schachlich gesehen die
große Zeit von Bärbel Paulsen. 1975 wurde sie pfälzische Mädchenmeisterin, ein
Jahr später verteidigte sie diesen Titel erfolgreich und wurde zudem beim
Kongress Vize-Pfalzmeisterin (nach Stichkampf-Niederlage). 1977 spielte sie am
Damenbrett der Pfalzauswahl bei den Deutschen Jugend-
Mannschaftsmeisterschaften mit (Platz 6 unter 14 Teams). Und erneut wurde
Bärbel Paulsen beim Kongress Vizemeisterin der Damen auf Pfalzebene. Ebenfalls
erfolgreich bei den Pfalzmeisterschaften: Hans Herbig, der im
Meisteranwärterturnier einen zweiten Rang belegte.
Vereinsintern gab es 1977 schließlich auch noch einen
Titel zu feiern: Die zweite Mannschaft wurde Meister der Bezirksklasse und
stieg wieder in die Landesklasse auf, wo sie sich immerhin zwei Jahre lang
behaupten konnte. Für die dritte Mannschaft gab es dann 1980 einen
Tapetenwechsel, als sie in die Bezirksklasse aufstieg, in der sie
aber nur ein Jahr verweilen durfte.
Als ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk wurde dem SK
Zweibrücken die Ausrichtung des 73. Pfälzischen Schachkongresses übertragen,
der vom 2. bis 10. April 2004 in der Aula des Hofenfels-Gymnasiums stattfand.
An den sieben mehrtägigen und fünf eintägigen Turnieren nahmen insgesamt rund
300 Schachfreunde aus der Pfalz und den umliegenden Regionen teil. Der
Kongress zeichnete sich durch einen reibungslosen Verlauf aus und war im
Vereinsleben des SKZ zweifellos das herausragendste Ereignis seit Jahrzehnten.
Während der Eröffnungsfeier wurde dem Verein der Ehrenteller des Pfälzischen
Schachbundes verliehen; darüber hinaus wurden Ralf Henkel, Wolfgang Sax und
Reiner Galjan jeweils mit der silbernen Ehrennadel des PSB ausgezeichnet. Zum
Abschluss der Großveranstaltung lobte Landesspielleiter Klemens Ranker die
Arbeit der Organisatoren und erklärte, ihm habe der Kongress in Zweibrücken
gefallen.
Herausragende ErfolgeDie Chronik der letzten fast zwei Jahrzehnte besteht
ansonsten aus herausragenden Turnierergebnissen unserer Spieler. So wurde Karl
Kuchenbrod 1984 Pfalzmeister der Senioren. In den Jahren 1985 und 1990 wurde
er immerhin Vizemeister. Überdies feierten einige unserer Jugendlichen
(insbesondere Hannes Callam, Martin Lenhard und Andreas Scheske) in den
vergangenen Jahren schöne Erfolge auf Pfalz- und sogar Rheinland-Pfalz-Ebene.
Es würde zu weit führen, die Titel alle aufzuzählen, herausragend war jedoch
der 13. Platz von Hannes Callam bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der
U13 im Jahre 1992 (bei mehr als 100 Teilnehmern).
Auch im Mädchenschach gab es zuletzt – nach langer
Durststrecke – endlich wieder Erfolge zu vermelden: Katharina Peetz wurde in
den Jahren 2000 und 2001 jeweils Bezirks-Jugendmeisterin der U18w; neben dem
Pfalzmeistertitel ihrer Altersklasse konnte sie 2002 auch den dritten Platz
auf Rheinland-Pfalz-Ebene erringen. Verena Wolf siegte 2001, 2002 und 2003 auf
Bezirksebene in ihrer jeweiligen Altersklasse, und bei den
Pfalzmeisterschaften 2002 beziehungsweise 2003 belegte sie respektable dritte
Plätze, und als Nachrückerin erzielte sie 2004 bei den Rheinland-Pfalz-
Meisterschaften den vierten Platz. Mit einem halben Punkt mehr wäre sie sogar
Vizemeisterin geworden.
Beim Pfälzischen Schachkongress 2004 in Zweibrücken
gelang es Verena Wolf ebenfalls, einen Glanzpunkt zu setzen: Im Damenturnier
(ausgespielt in der Hauptturnier-Gruppe 1) holte sie sensationell die
Vizemeisterschaft – punktgleich mit der Pfalzmeisterin, aber mit der
schlechteren Buchholz-Wertung. Im gesamten Turnierverlauf (sieben Runden)
kassierte die 16-Jährige nur eine Niederlage, remisierte gegen die
Titelverteidigerin und schlug in der Schlussrunde sogar den Zweiten der SKZ-
Rangliste. Dies war der größte Erfolg für eine SKZ-Spielerin bei einem
Kongress seit dem zweiten Platz von Bärbel Paulsen im Jahre 1976.
Im Februar 2003 gelang es den beiden Nachwuchsakteuren
Laurin Döll (8) und Lucas Ruhstorfer (9), sich über die Offene U10-
Pfalzmeisterschaft für die Rheinland-Pfalz-Titelkämpfe dieser Altersklasse zu
qualifizieren. Dort belegten sie die Plätze fünf (Laurin) und 19 (Lucas).
Laurin Döll qualifizierte sich damit für die Deutschen
Meisterschaften der 10 – nur 15 Monate, nachdem er das Schachspielen erlernt
hatte! Bei den nationalen Titelkämpfen im hessischen Willingen (Juni 2003)
wurde er nach einem Fehlstart (0,5 aus 4) und anschließender bravouröser
Aufholjagd (5,5 aus 7 – ohne weitere Niederlage!) 42. in einem Feld von 90
Teilnehmern.
Auch 2004 glückte ihm – durch einen vierten Platz auf
Rheinland-Pfalz-Ebene – der Sprung zu den Deutschen Meisterschaften (erneut in
Willingen), die er als 32. unter 88 Teilnehmern der U10 abschloss (6 aus 11).
Beim Schachkongress in Zweibrücken gewann er das Jugendturnier in der
Altersklasse U10 mit achteinhalb Punkten aus neun Partien.
Zu den unteren Mannschaften gibt es zu berichten: Die
zweite Mannschaft stieg 1987 in die neu gegründete Bezirksliga Südwest auf, in
der sie sich immerhin 13 Jahre lang behaupten konnte. Im Jahr 2000 ging es
dann allerdings abwärts in Richtung Bezirksklasse, wo man aber nur zwölf
Monate später die Meisterschaft feiern konnte. Auf den Wiederaufstieg indes
wurde verzichtet. Erst zur Spielzeit 2002/2003 wurde Zweibrücken II auf
Beschluss der Bezirksversammlung nachträglich wieder in die Bezirksliga
aufgenommen, aus der das Team nach einjährigem Gastspiel erneut absteigen
musste. In der Saison 2003/2004 erreichte die Zweite Rang vier in
der Bezirksklasse, ein Platz hinter Zweibrücken III.
Die dritte Garnitur des SKZ stieg 1984 in die
Bezirksklasse auf, wo sie bis 1987 mit wechselndem Erfolg spielte (1985/86
konnte sie sogar die Zweite überflügeln, was ihr danach erst
wieder in der Spielzeit 2003/2004 gelingen sollte). Danach gab es einen steten
Wechsel zwischen Bezirks- und Kreisklasse. Zuletzt stieg man im Jahr 2000 aus
der Bezirksklasse ab und 2001 als Meister und Ligapokalsieger prompt wieder
auf. Zweibrücken III belegte in der Saison 2001/2002 einen hervorragenden
vierten Platz in der Punktrunde und holte überdies auch in dieser höheren
Klasse den Ligapokal. In der folgenden Spielzeit lief es dann – nach
personellem Aderlass – nicht mehr so gut, doch zum Ende der Saison 2003/2004
konnte man als Drittplatzierter der Bezirksklasse sogar die zweite Mannschaft
des eigenen Vereins hinter sich lassen.
Um auch weiterhin den Anfängern Spielgelegenheit zu
geben, wurde seit 1984 (mit einigen, teils mehrjährigen Unterbrechungen) in
der Kreisklasse eine vierte Mannschaft gemeldet, die 1987 (Kreisklasse B),
1997 und 2003 (eingleisige Kreisklasse) den Meistertitel erringen konnte. 2003
glückte überdies auch der Gewinn des Ligapokals. Im folgenden Jahr musste man
sich mit Platz drei begnügen, obwohl man zuvor lange aussichtsreich mit dem
Tabellenführer Schritt gehalten hatte.
Ein weiteres Nachwuchsteam (SKZ V) nahm in der Saison
1993/94 am Spielbetrieb der Kreisklasse teil, musste dann aber auf Grund von
personellen Engpässen wieder aufgelöst werden.
Einer der größten Mannschaftserfolge für den SK
Zweibrücken gelang 1996 mit einer Vierer-Jugendmannschaft: Die Spieler Hannes
Callam, Marcus Kämmer, Martin Lenhard und Andreas Scheske machten den SKZ zum
Rheinland-Pfalz-Meister der U20!
Über unser wohl prominentestes Vereinsmitglied, den
Problemkomponisten P. A. Orlimont, wurde 1991 von Hermann Weißauer eine
Monografie veröffentlicht, die den Lebensweg des Dr. Ernst Krieger, wie P. A.
O. mit bürgerlichem Namen hieß, eindrucksvoll nachzeichnet. In der
vereinseigenen Bibliothek ist dieses schöne Buch vorhanden; es lohnt sich
sicher, einmal hineinzuschauen.
Seit Sommer 2000 pflegt der SK Zweibrücken – neben der
Verbindung zum französischen Cercle Boulonnais des échecs – eine
weitere grenzüberschreitende Vereinsfreundschaft, und zwar mit dem ŠK Liptov
(Tatra-Gebirge, Slowakei). Diese Verbindung ist geprägt durch regelmäßige
gegenseitige Besuche, bei denen sowohl sportliche als auch kulturelle Aspekte
eine wichtige Rolle spielen.
Einzelne Mitglieder des SK 1905 Zweibrücken, der seit
dem 21. Oktober 1998 im Vereinsregister des Amtsgerichts Zweibrücken
eingetragen ist, machten sich in den letzten Jahren durch die Ausübung
wichtiger Ämter einen Namen. So war Johannes Peetz von 1994 bis 2000
Vorsitzender des PSB-Schiedsgerichts und von 1995 bis 2001 Vizepräsident des
Schachbundes Rheinland-Pfalz. Seit August 2000 ist Ralf Henkel
stellvertretender Spielleiter des Bezirks V.
Auf sportlicher Ebene verdient sicherlich Erwähnung,
dass der Verein seit 2002 eine jährlich stattfindende Offene Zweibrücker
Schnellschach-Meisterschaft veranstaltet, mit der die Außenwirkung des SKZ
deutlich gesteigert wird.
Zur Verbesserung der Außenwirkung gehört auch eine
intensive interne wie auch externe Öffentlichkeitsarbeit: Von Juni 1993 bis
Anfang 1995 wurde erstmals eine Vereinszeitung, der Schachzug,
herausgegeben. Das Nachfolgeblatt, der Zweibrücker Schach-Report,
erschien ab Sommer 1996 acht Jahre lang. Seit Frühjahr 2001 ist der SK
Zweibrücken überdies auch im weltweiten Datennetz vertreten – unter der
Adresse www.schachklub-zweibruecken.de.
Einen Weltrekord gab es zu Beginn des neuen
Jahrtausends zu vermelden: Beim Turnier Rechts und links vom
Neckar, das am 8. Juli 2001 nicht weniger als 4823 Schachfreunde an die
Bretter gelockt hatte, war auch SKZ-Spieler Markus Gab aktiv. Das schachliche
Großereignis fand Eingang ins Guinness-Buch der Rekorde.
Seit der Saison 2003/2004 ist nun auch in der 1.
Bundesliga ein SKZ-Mitglied vertreten: Hannes Callam gab am 23. November 2003
in der Begegnung Hamburger SK gegen SC Anderssen St. Ingbert sein Debüt;
weitere Einsätze in der Eliteliga folgten.
Große Schachspielerpersönlichkeiten aus den Reihen des SK Zweibrücken
Eines der berühmtesten Mitglieder des Zweibrücker Schachklubs war
der weltbekannte Problemschachkomponist P.A. Orlimont (8. Juni 1867 bis 13.
April 1943). Orlimont, dessen bürgerlicher Name Ernst Krieger war, wurde in
Wolfstein geboren und lebte bis zu seinem Tod in Zweibrücken. Nach seiner
Reifeprüfung am Herzog-Wolfgang-Gymnasium (1886) studierte Krieger in
München und Heidelberg Jura. Seit November 1923 lebte er in
Zweibrücken, wo er sich alsbald dem Schachklub anschloss, der ihm nach
eigenen Worten zu seiner zweiten Heimat geworden war und dem er zeitlebens treu
blieb. Seinen Künstlernamen verdankte Krieger seinen
Mitschülern, die ihn wegen seiner Klugheit Plato riefen.
Krieger korrigierte diesen Spitznamen in Plato minor, was so viel
heißt wie Der kleinere Plato. Aus den Buchstaben der
lateinischen Bezeichnung bastelte Krieger später das Anagramm P.A.
Orlimont, unter dem der Zweibrücker Berühmtheit erlangte.
Zum Schachspiel fand Krieger bereits während
seiner Schulzeit. Bald begann er, Schachprobleme zu verfassen. Sein
Erstlingswerk erschien 1886 in der Schachspalte der Münchener
Neuesten Nachrichten. Ab 1900 veröffentlichte Krieger Schachprobleme
unter seinem Pseudonym R. Frieder. Während seiner Studienzeit
in München traf Krieger den Problemkomponisten Adolf Bayersdorfer, der dem
jungen Pfälzer eine große Karriere als Problemkomponist
voraussagte.
Nach einer mehrjährigen Pause trat Krieger 1914
wieder mit neuen Kompositionen in Erscheinung. Von nun an benutzte er
ausschließlich den Decknamen P.A. Orlimont. Inspiriert wurde
er nun vor allem durch das Buch Das indische Problem von Johannes
Kohtz und Carl Kockelkorn (erschienen in Potsdam 1903), das er für das
bedeutendste der Problemliteratur hielt.
Doch Ernst Krieger alias P.A. Orlimont war auch als
Vereinsspieler aktiv. Hierzu gibt es einen interessanten Zeitungsbericht aus dem
Jahre 1937, verfasst von Edmund Hüther: Da ließ sich 1923 in
Zweibrücken ein älterer Rechtsanwalt nieder. Er trat gleich unserem
Schachverein bei, wo sein kombinationsfrohes, fallen- und fintenreiches Spiel
schnell unser Entzücken erregte und uns die Hölle heiß machte.
[...] Seitdem ist P.A.O. ein treues Mitglied unseres Schachvereins, hat das
hiesige Schachleben ungemein befruchtet, und die einheimischen Schächer,
die sich bis dahin um Probleme den Teufel gekümmert hatten, zu
tüchtigen Problemlösern und selbst Problemverfassern erzogen. [...] Er
ist der einzige Pfälzer, dessen Name schachlich Weltgeltung hat und in der
ganzen Schachwelt unbestrittenes Ansehen genießt. Weiter darf ich nichts
Rühmendes sagen. Mein Freund und Problemlehrer hat nämlich auch seine
Eigentümlichkeiten. Und dazu gehört, dass er jedesmal einen Wutanfall
bekommt, wenn in der Öffentlichkeit Aufhebens von ihm gemacht wird. [...]
Er ist uns allen ein lieber, älterer Freund und Berater geworden. Sein
kerniger, beißender, geistsprühender Humor hat den Zweibrücker
Schachkreis erst zu der lebensfrohen, gemütlichen und geselligen
Vereinigung gemacht, als die sie bekannt ist.
Hunderte von Schachproblemen wurden von Ernst Krieger
im Laufe von fast 50 Jahren geschaffen; man findet diese in fast jedem
entsprechenden Sammelband, ebenso wie man seinen Künstlernamen
P.A. Orlimont in jedem Schachlexikon entdecken kann. Der Schachklub
Zweibrücken kann auf alle Fälle stolz sein, ein derart berühmtes
Mitglied in seinen Reihen gehabt zu haben.
Neben dem berühmten Problemschachkomponisten P.A. Orlimont hatte der
SK Zweibrücken noch eine weitere herausragende Persönlichkeit in ihren
Reihen. Auch wenn Edmund Hüther nicht den gleichen hohen Bekanntheitsgrad
erreichen konnte wie sein langjähriger Weggefährte P.A.O., so ist sein
Name doch eng mit dem Schachsport in Zweibrücken und auch in der Pfalz
verknüpft. Edmund Hüther war bereits nach dem Ersten Weltkrieg
maßgeblich daran beteiligt, dass in Zweibrücken wieder ein Schachklub
gegründet wurde. Diesen führte er lange Jahre als 1. Vorsitzender, bis
er im Dritten Reich vom PSB, dessen 2. Vorsitzender Hüther noch
von 1929 bis 1932 war, für abgesetzt erklärt wurde. Diese
Maßnahme wurde von den Zweibrücker Schachfreunden indes ignoriert.
Als sich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder einige Freunde des königlichen
Spiels trafen, um als Schachabteilung des damaligen VfR Zweibrücken (heute
VB Zweibrücken) an den Verbandsspielen teilzunehmen, war Edmund Hüther
natürlich mit von der Partie. Da er unter den einheimischen Schachakteuren
zur absoluten Spitze zählte, spielte er am ersten Brett für den VfR,
der ab 1950 sogar zu den besten Mannschaften der gesamten Pfalz gehörte.
Als sechs Jahre später der SK 1905 Zweibrücken wiedergegründet
wurde, zählte Hüther zu den Männern der ersten Stunde. Als 2.
Vorsitzender (bis 1959) und Spielleiter (bis 1962) war er noch einige Zeit
Vorstandsmitglied. Darüber hinaus spielte er viele Jahre am ersten Brett
für seinen SK Zweibrücken, bei dessen
Vereinsmeisterschaften Edmund Hüther 1959, 1965 und 1966 den ersten Platz
erringen konnte. Außerdem gewann er 1961 und 1965 den Vereinspokal. Bei
Schachkongressen auf Pfalzebene belegte er häufig recht beachtliche
Platzierungen. Daneben verdient sicherlich Erwähnung, dass er sich,
angeleitet von P.A. Orlimont, auch als Problemschachkomponist versuchte.
Man kann also mit Recht behaupten, dass Edmund
Hüther eine Institution des Schachsports war. Nicht nur als Spieler (und in
kleinem Rahmen wohl auch als Problemschachexperte), sondern auch als
Funktionär hat er sich einen Namen gemacht. Dieser Mann, dessen
Markenzeichen seine Pfeife war, hat sich einen Ehrenplatz unter den wichtigsten
Schachgrößen der Pfalz sicher verdient.
Als beeindruckende und große Persönlichkeit stellt sich Hermann
Römmig, Vorsitzender des PSB von 1924-1933, dann noch einmal von 1948/49,
aus den Archivunterlagen dar. Der selbstständige Kaufmann aus
Zweibrücken bekleidete auch im DSB lange Jahre das Amt des Schatzmeisters.
Er hat den Verband mit Würde und Niveau geführt. Seine große
Stunde kam 1933, als er standhaft und mutig sich von der nationalsozialistischen
Gleichschaltung distanzierte, unter ausdrücklichem Protest zurücktrat
und auf DSB-Ebene in einem letzten, mutigen Akt versuchte, den Zwangsanschluss
des Deutschen Schachbundes an den Großdeutschen Schachbund der Nazis in
letzter Sekunde zu verhindern. Als Opfer des Nationalsozialismus hat er
innerhalb klarer Grenzen den verständlichen Opportunismus seiner
schachlichen Weggefährten im Dritten Reich verstanden und
verziehen. Obwohl er sich auf Grund des erlittenen Leides vorgenommen hatte, nie
mehr für den Schachbund tätig zu sein, stellte er sich dann doch bei
der Wiedergründung nach 1945 zur Verfügung und half mit, einen neuen
PSB auf den Weg zu bringen. Den niedergelegten Ehrenvorsitz nahm er wieder an
und starb hochgeachtet 1958. Solange der PSB besteht, kann er mit Stolz auf die
Verdienste und die Standhaftigkeit dieses Vorsitzenden zurückblicken.
* Dieser Text wurde der Festschrift 75 Jahre Pfälzischer Schachbund entnommen.
recherchiert und verfaßt von P. Schwichow |
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aktualisiert am 30.08.2004 |