Schachklub 1905 Zweibruecken e.V.

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Inhalt


Vereinschronik des SK 1905 Zweibrücken e.V.

1)  Die Geschichte des SK Zweibrücken bis 1932 Inhalt  

Im Zweibrücker Wochenblatt vom 27. Oktober 1871 wurde eine Einladung zur Gründung eines Schachklubs veröffentlicht: Wer an der Gründung eines Schachklubs theilzunehmen gewillt ist, wird hiermit eingeladen, sich nächsten Samstag, Abends 8 Uhr, in der Wirthschaft zum ‚deutschen Kaiser’ (Flatter) einzufinden. Unterzeichnet wurde die Einladung mit Mehrere Schachspieler; Namen wurden also nicht genannt.
Es ist nicht klar, was aus diesem Klub, sollte er tatsächlich gegründet worden sein, geworden ist, da Belege aus dieser Zeit leider fehlen. Bislang wurden keine weitergehenden Forschungen zu dieser Sache angestellt. Das Zweibrücker Stadtarchiv wäre in diesem Zusammenhang keine allzu große Hilfe, da es am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde und somit fast alle wichtigen Unterlagen aus der Zeit vor 1945 verloren gingen. Es wäre aber einen Versuch wert, im Landesarchiv Speyer nach weiteren Spuren aus dem Jahre 1871 zu suchen. Sollte damals tatsächlich ein Klub gegründet worden sein, hätte unser Verein inzwischen schon das 14. Jahrzehnt seines Bestehens erreicht – gewiss ein stolzes Alter!
Im Jahr 1905 ist unser Schachklub erstmals nachweislich erwähnt. Ein Kongressbuch des Deutschen Schachbundes, in welchem neben Turnierpartien auch ein Verzeichnis aller damals im deutschen Kaiserreich existierenden Schachvereine abgedruckt war, nennt die Zweibrücker Schachfreunde, die immerhin über 19 Mitglieder verfügten. Diese wurden im Kongressheft mit Namen, Adressen und sogar ihren Berufen aufgeführt. Aus den Unterlagen lässt sich möglicherweise schließen, dass der Verein schon einige Jahre zuvor gegründet worden war; eine direkte Verbindung zu 1871 konnte jedoch bislang noch nicht nachgewiesen werden. Darum hielt man sich auch bei der Neugründung 1956 an die definitiv feststehende Jahreszahl 1905, die seitdem fester Bestandteil des Vereinsnamens ist.
Die 19 Mitglieder der Zweibrücker Schachfreunde, von denen als Letzter der Studienprofessor a. D. Oskar Tillmann im Jahre 1970 verstarb, waren fast ausschließlich höhere Beamte oder Angehörige verwandter Berufe. Schach als Freizeitbeschäftigung der gebildeten Schicht! Da die Beamten auch schon damals häufig versetzt wurden, schwankte die Mitgliederzahl des Vereins ständig. Das spielerische Niveau konnte folgerichtig niemals konstant bleiben, da die ständigen Fluktuationen immer wieder zu Veränderungen führten.
Aus den Jahren 1912 und 1913 ist bekannt, dass die Schachfreunde Zweibrücken ein Turnier um die Stadtmeisterschaft veranstalteten. Als Sieger wird Oberingenieur Jakob Heister genannt; die Plätze zwei und drei gingen an Musikdirektor Gustav Bensch und Kunstmaler Adolf Eiffler.
Weitere Informationen zur Vorkriegszeit gibt es leider nicht mehr. Sicher ist aber, dass der Schachklub bei Kriegsausbruch im Jahre 1914 rasch auseinanderfiel, da die meisten Mitglieder zur Front gerufen wurden.

Neubeginn nach dem Ersten Weltkrieg

Gegen Ende des Jahres 1919 trafen sich allmählich wieder einige Schachfreunde im Café Fuchs in der Hauptstraße, um die eine oder andere Partie Schach zu spielen. Bis zum Herbst 1920 wuchs die Zahl der Schachbegeisterten auf ein gutes Dutzend an. Allabendlich traf man sich zwischen 18 und 20 Uhr und spielte ein paar freie Partien. An ein geordnetes Vereinsleben war damals noch nicht wieder gedacht worden. Ausschlaggebend dafür, dass der Zweibrücker Schachklub letztendlich doch wiederbelebt wurde, war eine Simultanveranstaltung des deutschen Großmeisters Mieses in Kaiserslautern. Durch dieses Ereignis angeregt, wurde am 26. November 1920 im Café Fuchs die Wiedergründung des Schachklubs vollzogen. Die Vorarbeiten hierzu leistete Schachfreund Edmund Hüther, der sich bis ins hohe Alter stets unermüdlich für den Schachsport in Zweibrücken und in der Pfalz einsetzte. Noch Anfang der 1960er-Jahre war er als Vorstandsmitglied tätig. Auch Mitteilungen in der Presse trugen 1920 dazu bei, dass die Neuauflage des Schachvereins erfolgen konnte. Man spielte anfangs an den Schachbrettern, welche die Mitglieder aus ihrem Privatbesitz mitgebracht hatten, und auch die Schachliteratur wurde leihweise aus privater Hand zur Verfügung gestellt. Geldspenden sorgten dafür, dass der Verein nach und nach eigenes Spielmaterial beschaffen konnte. Und die Begeisterung unter den Schachfreunden war überwältigend, wie die Vereinschronik zu berichten weiß: 13. Dezember 1920. Der dreizehnte ist und bleibt ein Unglückstag. Heute Nacht wurde Herr Studienrat B. mitten in einer Schachpartie nach erst siebenmaliger Aufforderung zum Verlassen des Lokales von zwei kunstfeindlichen, verständnis- und rücksichtslosen Angehörigen unserer Ortspolizei wegen Überschreitung der Polizeistunde aufgeschrieben, trotzdem er bereits mit Hut und Mantel bekleidet im Stehen seine Züge machte und wir alle beschwören können, dass er bei dieser Partie nicht mehr mit Überlegung handelte. Sein Name wird als der eines Märtyrers für unsere hohe Sache auf ewig mit goldenen Lettern in unserer Vereinsgeschichte eingetragen bleiben.
Das Schachspiel war in der Folgezeit auf dem besten Wege zu einem Volksspiel. Die Mehrzahl der 34 (!) Mitglieder bei der Wiedergründung gehörte zwar noch zur Klasse der „Gebildeten“, doch auch die übrige Bürgerschaft war nun schon zahlreich vertreten, konnte sogar nach kurzer Zeit eine zahlenmäßige Überlegenheit erreichen. Die berufliche und soziale Gliederung innerhalb des Vereins wandelte sich in der Folgezeit mehr und mehr; der Schachklub Zweibrücken wurde zu einem Verein, in dem wirklich jeder Schachbegeisterte, gleich welcher Herkunft, mitspielen konnte. Ab Sommer 1921 ließ das Interesse am Schachspiel merklich nach; die Mitglieder mussten sich mit den Sorgen des Alltags quälen: Geldentwertung und sinkender Lebensstandard ließen die Freude am königlichen Spiel in den Hintergrund treten. Das änderte sich erst 1923 wieder, als durch die politischen Verhältnisse (Ruhrbesetzung, Verhaftungswellen etc.) der Selbstbehauptungswille der Bevölkerung wieder gestärkt wurde. Obwohl jeder Spielabend des Schachklubs vom französischen Kreisdelegierten schriftlich genehmigt werden musste, kamen zu diesen Treffen immer mehr Schachfreunde zusammen. Im April 1923 wurde der Mitgliederbeitrag auf 300 Mark festgelegt – wohlgemerkt monatlich! Während der Inflation, als 1.000 Mitgliedsbeiträge nicht mehr ausgereicht hätten, um eine Postkarte zu frankieren, wurde folgendes festgelegt: Der Monatsbeitrag beträgt so viel, wie bei seiner Zahlung ein 3/10 Glas Zweibrücker Bier kostet. Für die Beheizung des Spiellokals sollten pro Spielabend vom Verein 4 Francs gezahlt werden. Darum wurde der Mitgliederbeitrag auf 1 Franc festgesetzt. Als 1924 schließlich Reichsmark als Zahlungsmittel zugelassen wurden, hatte der Schachklub einen Kassenbestand von 2 Francs, das waren 0,50 Reichsmark.
Zum Beitritt des Zweibrücker Schachklubs in den Pfälzischen Schachbund, der erst wenige Jahre zuvor (1921) gegründet worden war, werden zwei verschiedene Daten genannt. In einer Vereinschronik ist von Mai 1924 die Rede, während die Festschrift des PSB aus dem Jahre 1996 als Beitrittsjahr 1925 angibt.
Aus dem Jahre 1924 sind gleich mehrere schachliche Aktivitäten der Zweibrücker „Klötzchenschieber“ überliefert: Es gab zwei Freundschaftskämpfe gegen Homburg, die jeweils mit hohen Zweibrücker Siegen endeten (9,5:2,5 und 7,5:2,5). Es folgte ein so genanntes Winterturnier, an dem sich nicht weniger als 26 Spieler beteiligten! Es wurde in drei Gruppen doppelrundig gespielt. Überlegener Sieger der Gruppe A wurde Edmund Hüther mit 15 Punkten aus 16 Partien. Auf den weiteren Plätzen folgten abgeschlagen die Spieler Baumann und Eß mit je zehn Zählern.
Höhepunkt des Jahres war jedoch die Blindsimultanvorstellung, die Meisterspieler Mieses in Zweibrücken gab. An sechs Brettern erreichte er immerhin drei Siege und drei Punkteteilungen.
Ein Jahr später wurde die Reihe der Städteturniere und Freundschaftskämpfe, die man damals zum Kräftemessen mit anderen Mannschaften gerne veranstaltete, fortgesetzt. Gegen Landau gab es zunächst ein Städteturnier, das die Vorderpfälzer mit 9:5 für sich entscheiden konnten. Dies tat jedoch der guten Stimmung unter den Zweibrücker Schachfreunden keinen Abbruch: Ein gemeinsamer Ausflug mit den Landauern auf die Madenburg und ein gemütlicher Abend mit Tanz und Musik lässt auf eine freundschaftliche und sehr gesellige Atmosphäre schließen. Es folgten im gleichen Jahr zwei weitere schachliche Auseinandersetzungen mit Landau: Hierbei wurden die Erfolge recht gleichmäßig verteilt. Landau gewann den ersten Kampf mit 10:3, während Zweibrücken im Rückspiel mit dem gleichen Resultat siegte.
Zum Winterturnier 1926/27 meldeten sich nur 17 Teilnehmer. Es wurde ein Rundenturnier durchgeführt, das erneut Edmund Hüther als Sieger sah. Er gewann wieder überlegen mit 15 Punkten aus 16 Partien. Die Nächstplatzierten waren Uhland (11 Punkte), Nusch und Dr. Weber (je 10,5 Punkte). In ähnlicher Weise wurden auch in der Folgezeit vereinsinterne Turniere gespielt, zu denen noch heute die Turniertabellen existieren. Ebenso sind noch Aufzeichnungen von Freundschaftskämpfen und sogar einzelne Partien überliefert. Bemerkenswert: Die bei weitem beliebtesten Eröffnungszüge waren 1. e4 e5.
Eine Kurzpartie Hüther – Dr. Krieger (P. A. Orlimont) vom 1. Mai 1928: 1. e4 d5 2. ed5: Dd5: 3. Sc3 Da5 4. d4 Lf5 5. Ld2 Sc6 6. Lb5 Db4 7. Df3 Ld7 8. Sge2 0-0-0 9. 0-0 Sd4: 10. Sd4: Dd4: 11. Le3 Lg4? 12. Dg3 und Schwarz gab auf.

Schachkongress in Zweibrücken

Zweibrücken war 1928 erstmals Austragungsort des Pfälzischen Schachkongresses. Dieser fand vom 6. bis 9. April statt und stellte einen Höhepunkt im damaligen Vereinsleben dar. Am Festabend überreichte Hermann Römmig dem Problemkomponisten P. A. Orlimont im Auftrag des Vorstandes des Deutschen Schachbundes die Ehrenmedaille des DSB aus Meißener Porzellan. Vom Kongress selbst verdient der Sieg des Zweibrückers Stoffel im Meisterschaftsturnier besondere Erwähnung. Im darauf folgenden Jahr setzte sich der Erfolgsweg dieses Spielers fort: Platz drei im Meisterturnier, welches von Edmund Hüther gewonnen wurde. Außerdem gab es 1929 den Sieg eines anderen Zweibrückers beim Kongress in Landau zu vermelden: Schmidt gewann im Hauptturnier.
Zum damaligen Schachkongress liegen Auszüge aus der Festschrift vor. Darin heißt es u. a.: Die Meldungen die spätestens [...] einzureichen sind, geschehen nur durch die Vereine, die dadurch für die entsprechende Spielstärke die Gewähr übernehmen. Vorbedingung ist, dass die Vereine, deren Mitglieder am Kongress teilnehmen wollen, ihrer Beitragspflicht genügt haben. Spielweise: Schweizer System Sieger ist, wer aus der Anzahl der vorgeschriebenen Partien die meisten Punkte erhält. Zeitbeschränkung: Meisterturnier: 15 Züge in 1 Stunde, Meisterschaftsturnier: 18 Züge in 1 Stunde, evtl. dasselbe im Hauptturnier. Kontrolle: erstmalig nach 2 Stunden; später nach 1 Stunde. Spielzeiten: Vormittags 9-1 und Nachmittags 3-7 Uhr. Erledigung der Hängepartien nach Anordnung der Turnierleitung. (Die Spieler werden gebeten, Schachuhren mitzubringen.) [...]
Die Startgelder bewegten sich im Rahmen von 2 RM für das Nebenturnier und 6 RM für das Meisterturnier. Daneben wurde ein Reuegeld in Höhe von 5 RM erhoben. Als Preisgelder wurden zwischen höchstens 15 RM (Nebenturnier) und höchstens 50 RM (Meisterturnier) ausgeschüttet. Die Hälfte der Teilnehmer sollte Preise erhalten.
Im Jahre 1929 wurde Edmund Hüther 2. Vorsitzender des Pfälzischen Schachbundes. Er hatte das Amt bis 1932 inne.
Ansonsten wurde das Schachspiel damals im Rahmen von Freundschaftsspielen gepflegt. 1929 spielte Zweibrücken zweimal gegen Homburg und einmal gegen Landau. Gegen Homburg gab es einen 8,5:5,5-Sieg und eine knappe 5,5:6,5-Niederlage (in letzterer Begegnung spielten an den Spitzenbrettern Hüther und Krieger alias P. A. Orlimont für Zweibrücken); gegen die Vorderpfälzer gewann man mit 7:5. Im darauf folgenden Jahr besiegte Zweibrücken Landstuhl in zwei Begegnungen jeweils deutlich mit 7:1 und 8,5:2,5.
1931 war Zweibrücken Austragungsort eines Länderkampfes zwischen der Pfalz und dem Saarland. Damals setzten sich die Saarländer mit 7:5 Punkten durch.
1932 gab es wieder einen Sieg eines Zweibrückers beim Kongress (diesmal in Ludwigshafen): Gerhard Weißgerber gewann das Meisterturnier! Daneben gab es auch in Zweibrücken selbst einen schachlichen Leckerbissen: Der Meisterspieler Bogoljubow gab eine Simultanvorstellung in der Rosenstadt.
Im Spätsommer 1932 verließen sechs Mitglieder den Zweibrücker Schachklub und gründeten die Schachgesellschaft Zweibrücken, die aber nur wenige Monate Bestand haben sollte.

2)  Die Zeit von 1933 bis zur Wiedergründung des SK Zweibrücken Inhalt  

Die nationalsozialistische Gleichschaltung vom Frühjahr 1933 bildete einen deutlichen Einschnitt für den Schachklub. Nach einiger Zeit war es nicht mehr möglich, dem Denksport so nachzugehen, wie man sich das unter den Vereinsmitgliedern vorgestellt hatte, da die Einmischung durch den von den Nazis geführten Pfälzischen Schachbund als unerträglich empfunden wurde. Zwar spielten die Zweibrücker noch einige Jahre lang Schach, doch stellte der Verein im Frühjahr 1939 seine Beitragszahlungen an den PSB ein.
Die Nationalsozialisten sahen im Schach zunächst einen geistigen Massenkampfsport, einen Kriegsdenksport und eine geistigen Wehrkampfsport, der anfangs gezielt gefördert wurde. Deutliches Indiz hierfür: Propagandaminister Joseph Goebbels wurde Leiter des Großdeutschen Schachbundes. Gemäß eines Schreibens des Großdeutschen Schachbundes und des Deutschen Schachbundes an den Pfälzischen Schachbund vom 23. April 1933 sollten alle Schachvereine und -verbände im Großdeutschen Schachbund zusammengefasst werden. Hierzu wurden organisatorische Maßnahmen angekündigt. Hermann Römmig, 1. Vorsitzender des PSB und Schatzmeister des DSB, leitete den Brief am 1. Mai 1933 an die Vereine des PSB weiter. Begleitend merkt er an: Da es mir unerlässlich erscheint, dass das Amt des 1. Vorsitzenden von einem Nationalsozialisten bekleidet wird, so lege ich den Vorsitz des Bundes hiermit nieder, wovon ich gleichzeitig dem Großdeutschen Schachbund Mitteilung mache. Mein Nachfolger wird wohl in aller Kürze von dem kommissarischen Leiter des Großdeutschen Schachbundes ernannt werden. Die übrigen Herren des Vorstandes haben m. A. n. keine Veranlassung, sich meinem Vorgehen anzuschließen.
Dank finanzieller und organisatorischer Förderung durch die Nazis erlebte das pfälzische Schach einen starken Aufschwung, wenngleich es auch restriktive Maßnahmen durch die braunen Machthaber gab: So wurden Nichtarier sofort aus den Schachvereinen ausgeschlossen, Arbeiterschachklubs zwangsaufgelöst oder Schachvermögen konfisziert.
In der Kongress-Festschrift des Schachklubs Zweibrücken aus dem Jahre 1963 erinnerte sich Edmund Hüther an die Zeit des „Dritten Reichs“: Im Frühjahr 1933 wurden auch wir nationalsozialistisch ‚gleichgeschaltet’. Wir machten nolens volens den ganzen Propagandarummel des unter des SA-Mannes Eckrich durch keine Fachkenntnis getrübten Führung stehenden Pfälzischen Schachbundes mit und beteiligten uns nach Eckrichs unrühmlichem Abgang unter seinem Nachfolger, dem damals in Pirmasens wohnhaften ehrlichen Schachfreund und Schachkönner Rastfeld, an allen Verbandskämpfen und Verbandsveranstaltungen. Nach Rastfelds Ausscheiden wurden uns aber das ständige Organisieren und Kommandieren der Naziführung des Bundes zu dumm, weil dadurch eine freie Schachentfaltung, wie wir sie seit Gründung des Klubs verstanden, unmöglich wurde. Wir stellten einfach jede Beitragsleistung an den Bund ein und machten, was wir wollten. Damals, im Frühjahr 1939, entstand das von uns noch heute gesungene Kampf- und Trutzlied unseres Klubs. Letztere Äußerung erscheint allerdings etwas zweifelhaft, da im Liedtext einige Ausdrücke vorkommen, die auf ein Entstehen des Schutz- und Trutzliedes erst nach dem Zweiten Weltkrieg schließen lassen. Wenige Wochen vor Kriegsbeginn wurde Edmund Hüther von den Nazis als Vorsitzender des Schachklubs abgesetzt.

Pfälzisches Schach neu organisiert

Die schachliche Landschaft der Pfalz wurde 1933 neu eingeteilt: Fortan existierten acht Kreise und vier Bezirke. Zweibrücken und Thaleischweiler bildeten den Kreis 7, der dem Bezirk West angegliedert war. Diesem Bezirk gehörten außerdem noch die Schachklubs aus Pirmasens (SK und SF), Rodalben und Donsieders an, die im Kreis 6 zusammengeschlossen waren.
Vom 17. bis 19. November 1933 fand in Neustadt/Weinstraße der 1. Nationale Pfälzische Schachkongress statt. Sieger des Meisterturniers wurde der Zweibrücker Gerhard Weißgerber, während sein Vereinskamerad Braun das Nebenturnier für sich entschied. Eine Besonderheit dieses Kongresses: Unterkunft und Verpflegung waren für alle Teilnehmer kostenlos! Ein Indiz für die anfängliche Unterstützung des Schachsports durch die Nazis. Ein Turniertag begann um 7 Uhr mit dem Aufstehen, eine halbe Stunde später fand ein gemeinsamer Spaziergang statt, ehe um 8.30 Uhr Frühstück serviert wurde.
Speziell vom Schachklub Zweibrücken gibt es aus dem Jahre 1933 zu berichten, dass es zwei Vergleichskämpfe gegen Pirmasens gab. Der Verbandskampf wurde von den Zweibrückern mit 2,5:1,5 gewonnen, während ein Freundschaftsspiel an neun Brettern mit einer 2:7-Niederlage endete.
In der Folgezeit wurde der Verein von Dr. Grüber geführt. Zweibrücken war einer von insgesamt 39 Schachklubs in der Pfalz (zum Vergleich: heute sind es etwa 70). Dem Bezirk West gehörten folgende Vereine an: SK Dahn, SK Donsieders, SK Hauenstein, SF Pirmasens, SK Pirmasens, SC Rodalben, SK Thaleischweiler und SK Zweibrücken.
Im Jahre 1935 wurde Edmund Hüther bei einem Wettkampf Pfalz gegen Bayern eingesetzt. Es ist lediglich überliefert, dass er remis spielte. Ebenfalls erwähnt die Chronik eine Simultanvorstellung des Großmeisters Wilhelm Gudehus in Zweibrücken. Über das Ergebnis ist jedoch nichts bekannt.
1936 warb Propagandawart Dr. Bachl für die aktive Selbstdarstellung der Vereine. Als geeignete Mittel, einen Schachklub wirkungsvoll zu präsentieren, nannte er u. a. Mitgliederversammlungen, die Durchführung einer Leistungsschau, die Darstellung des Vereinsvermögens oder der Vereinsfahne, ein aktives Vereinsleben, Geschenke an verdiente Mitglieder, Auszeichnungen, gut durchdachte Formulare, gesellige Veranstaltungen, das Festhalten besonderer Ereignisse im Foto, die Erstellung von Vereinschroniken und Vereinsrundschreiben. Pfälzische Schachspieler sollten darüber hinaus gezielter geschult werden (ein Anliegen, das auch heute von großer Aktualität ist). Hierzu fand ein Trainingsturnier für mittel- und süddeutsche Spitzenspieler in Stadtprozelten statt. Der Zweibrücker Gerhard Weißgerber konnte dieses Turnier für sich entscheiden und somit seine Spitzenstellung im pfälzischen Schach demonstrieren. Im darauf folgenden Jahr belegte er beim Schachkongress in Bad Dürkheim einen zweiten Platz im Meisterturnier.
In der Hoffnung, eine bessere finanzielle Förderung zu erhalten, trat der PSB aus dem Großdeutschen Schachbund aus und schloss sich der KdF (Kraft durch Freude -> Nazi-Einrichtung zur Durchführung von Massenfreizeitveranstaltungen und Massenreisen für Arbeitnehmer) an.
Wenige Wochen vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde der Vorsitzende Edmund Hüther auf Befehl des Pfälzischen Schachbundes für abgesetzt erklärt, was von den Zweibrücker Schachfreunden aber ignoriert wurde. Als dann jedoch die Stadt Anfang September 1939 geräumt werden musste, war es mit der Herrlichkeit des Schachklubs schlagartig zu Ende.
Nach der Rückkehr der Bevölkerung im August 1940 trafen sich indes wieder einige Schachfreunde in ihrem Spiellokal, das im März 1945 leider dem alliierten Bombenhagel zum Opfer fiel. Mit seinem Klublokal verlor der Verein auch sein gesamtes Spielmaterial und eine große Zahl an Schachbüchern. Erneut kam das königliche Spiel in Zweibrücken völlig zum Erliegen.

Die unmittelbare Nachkriegszeit

1946 fanden sich allmählich wieder einige Schachfreunde zusammen. Sie trafen sich in den Behausungen der Spieler, die das Glück hatten, überhaupt noch ein Dach über dem Kopf zu haben. Ab 1947 diente ein notdürftig hergerichtetes Lokal als Unterkunft, so dass nach Zulassung durch die französische Militärverwaltung der allwöchentliche Schachabend wieder eingeführt werden konnte. In der Folgezeit musste man das Lokal ständig wechseln, dennoch wurden schon bald wieder Verbandsspiele durchgeführt. Es existierte zu dieser Zeit die recht erfolgreiche Schachabteilung des VfR (heute VB) Zweibrücken, deren Mannschaft ab 1949 zu den Spitzenteams der Westpfalz gehörte.
Bereits 1947/48 wurde ein erstes Vereinsturnier in Zweibrücken ausgetragen. Zwölf Spieler kämpften dabei um Punkte und Plätze. Am Ende gab es folgende Tabelle: 1. Schmid (9 Punkte), 2. Uhland (8), 3. Hüther (8), 4. Ohlemacher (7,5), 5. Verst (6), 6. Römmig (6), 7. Mootz (5,5), 8. Semar (4), 9. Korn (3,5), 10. Reubold (3), 11. Stey (3), 12. Staufer (2,5).
1947 begannen die organisatorischen Vorarbeiten zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Pfalz. Maßgeblich war daran Hermann Römmig beteiligt, der damals immerhin die deutsche Kontaktperson des Weltschachbundes FIDE war. Bei Wiedergründung des PSB am 26. September 1948 wurde Römmig sofort zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zusammen mit 14 anderen Vereinen gehörte die Schachabteilung des VfR Zweibrücken (15 registrierte Mitglieder) zu den ersten Klubs, die schon damals (wieder) in den PSB aufgenommen wurden. 1949 wurden dann endlich die neuen Bundesklassen eingeführt. Die Bundesklasse Hinterpfalz bestand laut Festschrift des PSB aus den Vereinen Kaiserslautern I und II, Kindsbach, SK Pirmasens, SV Pirmasens, Ramstein, Rodalben und Zweibrücken; die Tageszeitung Rheinpfalz nennt in ihrer Ausgabe vom 5. März 1949 jedoch nur die Vereine Kaiserslautern, Kindsbach, 1. FC Pirmasens, SV Pirmasens, Rodalben und Zweibrücken. In einer drei Monate dauernden „Saison“ wurde damals der erste Meister der Pfalz ermittelt.
Unterhalb der beiden Bundesklassen gab es pfalzweit vier Bezirke, wobei der VfR Zweibrücken im Bezirk West spielte. Die Heimspiele des VfR fanden damals im Zweibrücker Hof statt.

Als herausragendes Turnierergebnis aus dem Jahre 1949 ist die pfälzische Vizemeisterschaft von Edmund Hüther beim Kongress in Landstuhl zu nennen.

1950 qualifizierte sich der VfR Zweibrücken als Meister der Verbandsklasse West für die Endrunde um die pfälzische Mannschaftsmeisterschaft. Gegner waren Kaiserslautern sowie die späteren Bundesligisten Ludwigshafen und Neustadt. Über den Ausgang dieser Meisterschaft ist leider nichts bekannt.
Ein Jahr später wurden in der Pfalz vier Landesklassen eingerichtet. Zusammen mit Annweiler, den beiden Pirmasenser Vereinen und Waldfischbach-Rodalben bildete der VfR die Landesklasse West. Nach einem weiteren Jahr fand sich Zweibrücken in der Pfälzischen Bundesklasse wieder, wo die Gegner Kaiserslautern, Landstuhl, Ludwigshafen, Mundenheim, Neustadt, Pirmasens und Speyer hießen. Die weitgehend noch heute gültige Einteilung der Bezirke wurde dann im Jahre 1955 vorgenommen – zu einer Zeit, in der es die Schachabteilung des VfR nicht mehr gab. Spielermangel und Interesselosigkeit führten 1953 dazu, dass das königliche Spiel in einen „Dornröschenschlaf“ verfiel. Das letzte überlieferte Vereinsturnier wurde 1952 mit nur noch neun Teilnehmern ausgetragen.

3)  Der SK Zweibrücken in den ersten 25 Jahren seit seiner Wiedergründung Inhalt  

1956 beginnt für das Zweibrücker Schach die „Neuzeit“. Am 29. November 1956 wurde im damaligen Vereinslokal Hitschler in der Fruchtmarktstraße der Schachklub 1905 Zweibrücken wiedergegründet. Treibende Kraft war hierbei der spätere Ehrenvorsitzende Siegfried Grub, der von 1956 bis 1974 den Verein führte. Man begann mit 20 Mitgliedern: Fred Fay, Hans Gafron, Siegfried Grub, Werner Haufe, Edmund Hüther, Friedrich Klees, Karl Kuchenbrod, Ludwig Kuhn, Josef Kunik, Willi Mayer, Ludwig Meister, Ludwig Mootz, Emil Neuhardt, Karl Ohnesorg, Ludwig Otto, Hans Pinkert, Fred Redhammer, Georg Rzany, Fritz Schmid und Sepp Semar. Und die Tendenz war weiter ansteigend: 1959 gehörten schon 30 Schachfreunde dem Verein an, zwei Jahre später wurde zusätzlich eine Jugendabteilung gegründet, die damals sechs Nachwuchsspieler zählte, so dass insgesamt 40 Mitglieder registriert waren. Bereits im Jahr der Wiedergründung nahm eine Mannschaft an den Verbandsspielen teil, seit 1959 gibt es drei Mannschaften des SKZ. In einer Pressemitteilung vom 15. Dezember 1959 wurden die Ergebnisse der vierten Runde der Kreisklasse veröffentlicht. Wenn man den Umfang eines in der Tageszeitung Rheinpfalz abgedruckten Berichts über einen Kreisklassen-Spieltag im Jahre 1959 mit den heutigen Artikeln dieses Blattes vergleicht, so könnte man fast zu dem Schluss kommen, dass Schach seinerzeit ein regelrechter Volkssport gewesen sein musste. In der damaligen Kreisklasse, die noch mit 8er-Mannschaften bestückt war, spielten: Erfweiler, Höheinöd II, SV Pirmasens II, VfB Pirmasens, Waldfischbach II, Winzeln, Zweibrücken II und Zweibrücken III. Während die zweite Mannschaft des SKZ am Ende der Saison in die Bezirksklasse aufstieg, belegte die „Dritte“ nur den vorletzten Rang.
Ein erstes „Frühjahrsturnier“ wurde 1957 in zwei Gruppen ausgespielt. Immerhin 20 Spieler nahmen daran teil. Die Endplatzierungen: Gruppe 1: Verst, Haufe, Schmid, Ohnesorg, Semar, Reubold, Kalnins, Kuhn, Deubel; Gruppe 2: Meister, Neuhardt, Rzany, Pinkert, Gafron, Kuchenbrod, Weber, Kless, Grub, Kunik, Brodda. In einer Zeitungsnotiz über dieses Turnier wurde darauf verwiesen, dass der Verein zwei wöchentliche Spielabende hatte: dienstags im Gasthof Hitschler und samstags (!) im Kronprinzen.
Schon zwei Jahre nach der Wiedergründung musste der Schachklub sein Spiellokal in der Fruchtmarktstraße wieder verlassen. Für kurze Zeit genoss man Gastrecht im Wirtshaus Kronprinz, ehe 1959 der Umzug in die Gaststätte Grüner Baum anstand. Auch dies wurde keine dauerhafte Bleibe. Bereits 1960 musste sich der Schachklub wieder ein neues Vereinslokal suchen – und hatte Glück: Erwin Stalter, der zweite Vorsitzende, übernahm die elterliche Gastwirtschaft Rote Laterne in der Himmelsbergstraße und sorgte dafür, dass der Schachklub in der Folgezeit stets einen schönen Treffpunkt hatte, wo sich die Freunde des königlichen Spiels sehr wohl fühlten.
Im Jahre 1961 wurde die erste Mannschaft Meister der Bezirksklasse und stieg in die Landesklasse auf. In der Besetzung Fritz Schmid, Edmund Hüther, Ernst Knoll, Rolf Reubold, Karl Ohnesorg, Ludwig Meister, Ernst Brüderle und Karl Sand gab sie keinen einzigen Punkt ab. Die zweite Mannschaft belegte als Aufsteiger immerhin den vierten Platz unter acht Startern.
Für seine großen Verdienste um das pfälzische Schach wurde Edmund Hüther 1961 vom Pfälzischen Schachbund mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Als Spieler und Funktionär hat Hüther im Laufe mehrerer Jahrzehnte sehr viel für das Schach in Zweibrücken und in der Pfalz getan. Seine sportlichen Erfolge aufzuzählen, würde den Rahmen sicher sprengen. Als Funktionär war er von 1929 bis 1932 zweiter Vorsitzender des PSB; auch im Verein hatte er lange Jahre wichtige Ämter inne.
Ein Jahr nach dem Aufstieg in die Landesklasse gab es für die erste Mannschaft erneut Grund zum Feiern: Mit dem Gewinn der Meisterschaft der Landesklasse West qualifizierte man sich für die Aufstiegskämpfe zur Meisterklasse gegen den Sieger der Landesklasse Ost, SV Worms 1878! Über deren Ausgang ist nichts bekannt, doch der Aufstieg gelang leider nicht: Man spielte auch in den folgenden Jahren weiterhin in der Landesklasse.

Wieder ein Schachkongress in Zweibrücken

Im Jahre 1963 (vom 19. bis 26. Mai) war der Schachklub Zweibrücken Ausrichter des 32. Pfälzischen Schachkongresses. Gespielt wurde damals an zwei verschiedenen Orten: An den ersten vier Tagen im Vereinslokal Rote Laterne und danach in der Festhalle. Die Kongressleitung oblag Edmund Hüther, Siegfried Grub und Edmund Michel; Turnierleiter waren Friedrich Vater und Hans Pinkert; die Kasse verwaltete Josef Kunik. Es gab ein Meisterturnier, ein Meisteranwärterturnier, ein Hauptturnier, ein Nebenturnier, ein Damenturnier, ein Seniorenturnier und ein Blitzturnier. Für Hängepartien wurde viel Zeit gelassen, doch auch unter der Rubrik „Sonderveranstaltungen“ gab es Interessantes: Eine Besichtigungsfahrt am Mittwochnachmittag, ein Vortrag von Dr. Lauterbach aus Heidelberg am Freitagabend und ein großer Festabend mit Ehrungen und Tanz am Samstag. Interessant auch ein Hinweis unter den Turnierbestimmungen: Remis war vor dem 30. Zug nicht erlaubt!
Besonders erwähnenswert ist überdies die viel beachtete Simultanveranstaltung mit Großmeister Wolfgang Unzicker in der Festhalle. Vor Unzicker weilten bereits die Großmeister Reti, Bogoljubow, Sämisch, Spielmann und Gudehus zu Simultanveranstaltungen in Zweibrücken.
Der langjährige Bezirksspielleiter Dr. Hans Schmitt würdigte den Zweibrücker Kongress als einen der teilnehmerschwächsten, lobte aber Programmgestaltung und Ablauf. Das Ziel der Kongressvergabe an Zweibrücken lautete: Propagandistische Schützenhilfe für junge, aufstrebende Vereine!
Neben dem Kongress richtete der SKZ im gleichen Jahr auch die pfälzischen Jugendmeisterschaften aus.
In der Folgezeit wurde es insgesamt etwas ruhiger um den Zweibrücker Schachklub. Es gab zwar weiterhin schöne Turniererfolge, doch war die Zeit spektakulärer Umbrüche und bedeutender Veränderungen, wie man sie bis dato eigentlich immer erlebt hatte, vorbei. Das Vereinsleben blieb nach wie vor lebendig, es wurden Feste gefeiert, Ausflüge unternommen und sogar Jugendfreizeiten durchgeführt. Ein Fotoalbum in der vereinseigenen Bibliothek erinnert noch heute daran. Und es wurde weiterhin eifrig Schach gespielt – mit teilweise beachtlichem Erfolg: Als 1965 die Vorrunde der deutschen Jugend- Mannschaftsmeisterschaft ausgetragen wurde, gehörte Norbert Michel der pfälzischen Auswahl an. Mit seinen 2,5 Punkten, die er damals holte, war er als zweitbester Spieler seines Teams maßgeblich am guten Abschneiden der Pfalzauswahl beteiligt, die immerhin einen zweiten Platz belegte. Und auch die Vereinsmannschaften des SKZ waren nicht schlecht: Als 1966 die Regionalliga neu eingeführt wurde, war Zweibrücken sogleich mit von der Partie. Zusammen mit Dahn, Frankenthal, Kaiserslautern, Landau, Mundenheim II, Pirmasens, Rodalben, Waldfischbach und Worms kämpfte Zweibrücken in den folgenden sechs Jahren auf höchster pfälzischer Ebene um Punkte und (möglichst gute) Platzierungen. Und auch die zweite Mannschaft des SKZ machte 1966 von sich reden, gelang ihr doch erstmals der Aufstieg in die Landesklasse West! Leider währte ihr Glück nur ein Jahr, dann musste die „Zweite“ wieder in die Bezirksklasse zurück. Es ist überliefert, dass sie in der Landesklasse häufig vom Pech verfolgt und oft nur knapp unterlegen war, doch 2:14 Mannschaftspunkte sprechen eine deutliche Sprache. In der folgenden Saison „durfte“ sich Zweibrücken II dann in der Bezirksklasse gleich mit Konkurrenz aus dem eigenen Lager messen, denn 1967 stieg die dritte Mannschaft erstmals in die Liga auf, in welche die zweite gerade abgestiegen war. Auch für Zweibrücken III erwies sich die Höhenluft nach dem Aufstieg als zu dünn – 1968 erfolgte postwendend die Rückkehr in die Kreisklasse. Erfreulicher war da schon der zweite Rang von Norbert Michel im Hauptturnier des Kongresses.
Seit 1969 ist der SKZ an der Städtepartnerschaft mit dem französischen Boulogne-sur-Mer beteiligt. Bei jeder Sportbegegnung stehen seitdem auch immer wieder Vergleichskämpfe gegen den Cercle Boulonnais des échecs auf dem Programm. Es haben sich dabei über die Jahre hinweg teilweise schöne freundschaftliche Beziehungen unter den Mitgliedern beider Vereine ergeben.
Nachdem das Hotel Löwenburg (Rote Laterne) 1970 an andere Pächter übergeben worden war, die mit dem Schachspiel offenbar wenig im Sinn hatten, musste nach zehn Jahren der beständigen Sesshaftigkeit wieder ein neues Quartier gefunden werden. Und auch diesmal hatte der Schachklub großes Glück: Für mehr als ein Vierteljahrhundert war das Hotel Löhle in der Poststraße 22 fortan die Heimat der Denksportler. Paula Sebald, die inzwischen verstorbene langjährige Inhaberin, brachte für die Belange der Schachspieler immer viel Verständnis auf, wofür ihr die Mitglieder des Vereins stets sehr dankbar waren. Kurz nach ihrem Tod im Februar 1997 wurde das Hotel Löhle geschlossen. Als neues Domizil diente dem Schachklub dann zwei Jahre lang das Kaminzimmer des Reit- und Fahrvereins in der Gestütsallee, wo der Verein jedoch nie richtig heimisch werden konnte. Im April 1999 beschloss daher eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit überwältigender Mehrheit den Umzug ins Gasthaus Zum Roten Ochsen in Zweibrücken-Ixheim. Dort können die Freunde des königlichen Spiels nun wieder in gemütlicher Atmosphäre ihrem Denksport nachgehen und sich wohl fühlen.
Durch einstimmiges Votum gab sich der SK Zweibrücken in seiner Jahreshauptversammlung vom 21. Juni 1974 erstmals eine geschriebene Satzung, die in erster Linie Bestandteile aus vorangegangenen Beschlüssen der Vorstandschaft beziehungsweise der Mitgliederversammlungen enthielt. Als Zweck des Vereins wurde die Pflege des königlichen Spiels festgeschrieben – und zwar vorrangig auf Grund seiner künstlerischen und logischen Schönheit. Eine grundlegende Satzungsänderung erfolgte dann erst im Zuge der Umwandlung des SK Zweibrücken in einen eingetragenen Verein; diese neue Satzung erlangte am 12. September 1998 Gültigkeit (überarbeitete Fassung: 17. Januar 2004).
Anfang der 70er-Jahre gab es vom SK Zweibrücken ansonsten hauptsächlich über Veränderungen von Ligazugehörigkeiten zu berichten. So stieg die zweite Mannschaft 1970 wieder in die Landesklasse auf, um sie dann aber nach einjährigem Gastspiel wieder verlassen zu müssen. Diesem Abstieg folgte ein weiteres Jahr später der Gang der ersten Garnitur des SKZ von der Regionalliga hinunter in die Landesklasse.
Das Vereinsturnier wurde in den 70er- und frühen 80er- Jahren von zwei Spielern maßgeblich geprägt: Hans Herbig und Harald Fischer errangen zwischen 1971 und 1984 jeweils sechs Klubmeistertitel. Herbig holte darüber hinaus auch achtmal den Vereinspokal (Rekord) und wurde viermal Blitzmeister (Fischer: vier Siege im Pokal und zwei beim Blitzschach). Die bislang meisten internen Titel holte indes Matthias Heidenreich, der zwischen 1984 und 1996 auf insgesamt 24 erste Plätze kam (sechs im Vereinsturnier, fünf im Pokal, zwei im Schnellschach und elf beim Blitzen). Im Blitzschach ist er Rekordsieger, gemeinsam mit Norbert Michel, der diese besonders schnelle Disziplin in den 60er- und frühen 70er-Jahren am besten unter allen SKZlern beherrschte.

Jugendarbeit wurde schon damals groß geschrieben

Das Jugendschach in Zweibrücken stand in der Zeit um 1974 in voller Blüte. Erstmals in der Vereinsgeschichte überwog die Zahl der jugendlichen Vereinsmitglieder im Vergleich zu den Erwachsenen (30 zu 24). Als Grund für diese erfreuliche Entwicklung ist eine gezielte und intensive Werbung für das Jugendschach zu nennen, die sich unter anderem in der Durchführung von Stadt-Jugendmeisterschaften zeigt. Derartige Turniere wurden bis 1983 häufig ausgetragen, was regelmäßig der Jugendabteilung des Schachklubs zugute kam. Eine Neuauflage scheiterte 1990 am mangelnden Interesse der Zweibrücker Jugend. Ein weiterer Grund für den enormen Aufschwung des Jugendschachs Mitte der 70er-Jahre ist auch in der erfolgreichen Arbeit des damaligen Jugendleiters Karl Kuchenbrod zu sehen, der die Nachwuchsabteilung des SKZ länger als jeder andere Betreuer nach ihm führte. Dass man beim PSB einen solchen Eifer zu würdigen wusste, zeigte sich 1979, als dem SK Zweibrücken die ehrenvolle Aufgabe zuteil wurde, die pfälzischen Schülermeisterschaften ausrichten zu dürfen.
Die Jahre 1975 bis 77 waren schachlich gesehen die große Zeit von Bärbel Paulsen. 1975 wurde sie pfälzische Mädchenmeisterin, ein Jahr später verteidigte sie diesen Titel erfolgreich und wurde zudem beim Kongress Vize-Pfalzmeisterin (nach Stichkampf-Niederlage). 1977 spielte sie am Damenbrett der Pfalzauswahl bei den Deutschen Jugend- Mannschaftsmeisterschaften mit (Platz 6 unter 14 Teams). Und erneut wurde Bärbel Paulsen beim Kongress Vizemeisterin der Damen auf Pfalzebene. Ebenfalls erfolgreich bei den Pfalzmeisterschaften: Hans Herbig, der im Meisteranwärterturnier einen zweiten Rang belegte.
Vereinsintern gab es 1977 schließlich auch noch einen Titel zu feiern: Die zweite Mannschaft wurde Meister der Bezirksklasse und stieg wieder in die Landesklasse auf, wo sie sich immerhin zwei Jahre lang behaupten konnte. Für die dritte Mannschaft gab es dann 1980 einen „Tapetenwechsel“, als sie in die Bezirksklasse aufstieg, in der sie aber nur ein Jahr verweilen durfte.

4)  Daten aus der jüngsten Vereinsgeschichte Inhalt  

1982 zeigte sich dann endlich wieder ein Aufschwung innerhalb der ersten Mannschaft, die mit 18:0 Punkten Meister der Landesklasse wurde und nach zehnjähriger Abstinenz in die Regionalliga zurückkehrte. Dort spielte sie zunächst beständig gegen den Abstieg, ehe 1985 ein fast sensationeller dritter Rang erkämpft werden konnte. Neben der Vizemeisterschaft aus dem Jahre 1995 war dies die beste Platzierung, die je eine Zweibrücker Mannschaft in Verbandsspielen erzielt hat. Leider brach das Team dann schon im darauf folgenden Jahr auseinander, so dass weitere Erfolge zunächst einmal ausblieben: 1986 stieg die „Erste“ aus der Regionalliga ab, um bis 1992 immer wieder in der ersten Tabellenhälfte der Landesklasse mitzumischen, ohne jedoch den Wiederaufstieg zu schaffen. Der kam erst durch die Einführung der Rheinland-Pfalz-Liga II zu Stande, als die vier Erstplatzierten der Landesklasse in die „neue“, nicht mehr so starke Regionalliga aufsteigen durften. In dieser Spielklasse etablierte sich Zweibrücken I recht gut; 1995 verpasste man den Aufstieg auf Rheinland-Pfalz- Ebene nur sehr knapp. Dann aber kam erneut ein Bruch: Nach dem Weggang von Hannes Callam und Andreas Scheske zu höherklassigen Vereinen (1997) hatte man nicht mehr genügend Substanz, um sich erfolgreich behaupten zu können. Die Folge: Der Abstieg in die 2. Pfalzliga West (bis 1997 Landesklasse West). Dort versuchte man einen Neuaufbau, der allerdings nicht in dem Maße glückte, wie man sich das vorgestellt hatte. Immer wieder musste man auch in dieser tieferen Spielklasse gegen den Abstieg kämpfen, und in der Saison 2000/2001 reichte einfach die spielerische Substanz nicht mehr aus, um die Liga zu halten: Nach 40 (!) Jahren, in denen man ausschließlich in der 1. oder 2. Pfalzliga (früher Regionalliga und Landesklasse) gespielt hatte, folgte der Absturz in die Bezirksliga Südwest. Dort feierte die Mannschaft neben der Meisterschaft und dem damit verbundenen sofortigen Wiederaufstieg auch den Gewinn des Ligapokals. Als Wiederaufsteiger in die 2. Pfalzliga West schaffte man mit Rang sechs souverän den Klassenerhalt, und in der Saison 2003/2004 kam man sogar überraschend auf den dritten Platz.
Als ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk wurde dem SK Zweibrücken die Ausrichtung des 73. Pfälzischen Schachkongresses übertragen, der vom 2. bis 10. April 2004 in der Aula des Hofenfels-Gymnasiums stattfand. An den sieben mehrtägigen und fünf eintägigen Turnieren nahmen insgesamt rund 300 Schachfreunde aus der Pfalz und den umliegenden Regionen teil. Der Kongress zeichnete sich durch einen reibungslosen Verlauf aus und war im Vereinsleben des SKZ zweifellos das herausragendste Ereignis seit Jahrzehnten. Während der Eröffnungsfeier wurde dem Verein der Ehrenteller des Pfälzischen Schachbundes verliehen; darüber hinaus wurden Ralf Henkel, Wolfgang Sax und Reiner Galjan jeweils mit der silbernen Ehrennadel des PSB ausgezeichnet. Zum Abschluss der Großveranstaltung lobte Landesspielleiter Klemens Ranker die Arbeit der Organisatoren und erklärte, ihm habe der Kongress in Zweibrücken gefallen.

Herausragende Erfolge

Die Chronik der letzten fast zwei Jahrzehnte besteht ansonsten aus herausragenden Turnierergebnissen unserer Spieler. So wurde Karl Kuchenbrod 1984 Pfalzmeister der Senioren. In den Jahren 1985 und 1990 wurde er immerhin Vizemeister. Überdies feierten einige unserer Jugendlichen (insbesondere Hannes Callam, Martin Lenhard und Andreas Scheske) in den vergangenen Jahren schöne Erfolge auf Pfalz- und sogar Rheinland-Pfalz-Ebene. Es würde zu weit führen, die Titel alle aufzuzählen, herausragend war jedoch der 13. Platz von Hannes Callam bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der U13 im Jahre 1992 (bei mehr als 100 Teilnehmern).
Auch im Mädchenschach gab es zuletzt – nach langer Durststrecke – endlich wieder Erfolge zu vermelden: Katharina Peetz wurde in den Jahren 2000 und 2001 jeweils Bezirks-Jugendmeisterin der U18w; neben dem Pfalzmeistertitel ihrer Altersklasse konnte sie 2002 auch den dritten Platz auf Rheinland-Pfalz-Ebene erringen. Verena Wolf siegte 2001, 2002 und 2003 auf Bezirksebene in ihrer jeweiligen Altersklasse, und bei den Pfalzmeisterschaften 2002 beziehungsweise 2003 belegte sie respektable dritte Plätze, und als Nachrückerin erzielte sie 2004 bei den Rheinland-Pfalz- Meisterschaften den vierten Platz. Mit einem halben Punkt mehr wäre sie sogar Vizemeisterin geworden.
Beim Pfälzischen Schachkongress 2004 in Zweibrücken gelang es Verena Wolf ebenfalls, einen Glanzpunkt zu setzen: Im Damenturnier (ausgespielt in der Hauptturnier-Gruppe 1) holte sie sensationell die Vizemeisterschaft – punktgleich mit der Pfalzmeisterin, aber mit der schlechteren Buchholz-Wertung. Im gesamten Turnierverlauf (sieben Runden) kassierte die 16-Jährige nur eine Niederlage, remisierte gegen die Titelverteidigerin und schlug in der Schlussrunde sogar den Zweiten der SKZ- Rangliste. Dies war der größte Erfolg für eine SKZ-Spielerin bei einem Kongress seit dem zweiten Platz von Bärbel Paulsen im Jahre 1976.
Im Februar 2003 gelang es den beiden Nachwuchsakteuren Laurin Döll (8) und Lucas Ruhstorfer (9), sich über die Offene U10- Pfalzmeisterschaft für die Rheinland-Pfalz-Titelkämpfe dieser Altersklasse zu qualifizieren. Dort belegten sie die Plätze fünf (Laurin) und 19 (Lucas).
Laurin Döll qualifizierte sich damit für die Deutschen Meisterschaften der 10 – nur 15 Monate, nachdem er das Schachspielen erlernt hatte! Bei den nationalen Titelkämpfen im hessischen Willingen (Juni 2003) wurde er nach einem Fehlstart (0,5 aus 4) und anschließender bravouröser Aufholjagd (5,5 aus 7 – ohne weitere Niederlage!) 42. in einem Feld von 90 Teilnehmern.
Auch 2004 glückte ihm – durch einen vierten Platz auf Rheinland-Pfalz-Ebene – der Sprung zu den Deutschen Meisterschaften (erneut in Willingen), die er als 32. unter 88 Teilnehmern der U10 abschloss (6 aus 11). Beim Schachkongress in Zweibrücken gewann er das Jugendturnier in der Altersklasse U10 mit achteinhalb Punkten aus neun Partien.
Zu den unteren Mannschaften gibt es zu berichten: Die zweite Mannschaft stieg 1987 in die neu gegründete Bezirksliga Südwest auf, in der sie sich immerhin 13 Jahre lang behaupten konnte. Im Jahr 2000 ging es dann allerdings abwärts in Richtung Bezirksklasse, wo man aber nur zwölf Monate später die Meisterschaft feiern konnte. Auf den Wiederaufstieg indes wurde verzichtet. Erst zur Spielzeit 2002/2003 wurde Zweibrücken II auf Beschluss der Bezirksversammlung nachträglich wieder in die Bezirksliga aufgenommen, aus der das Team nach einjährigem Gastspiel erneut absteigen musste. In der Saison 2003/2004 erreichte die „Zweite“ Rang vier in der Bezirksklasse, ein Platz hinter Zweibrücken III.
Die dritte Garnitur des SKZ stieg 1984 in die Bezirksklasse auf, wo sie bis 1987 mit wechselndem Erfolg spielte (1985/86 konnte sie sogar die „Zweite“ überflügeln, was ihr danach erst wieder in der Spielzeit 2003/2004 gelingen sollte). Danach gab es einen steten Wechsel zwischen Bezirks- und Kreisklasse. Zuletzt stieg man im Jahr 2000 aus der Bezirksklasse ab und 2001 als Meister und Ligapokalsieger prompt wieder auf. Zweibrücken III belegte in der Saison 2001/2002 einen hervorragenden vierten Platz in der Punktrunde und holte überdies auch in dieser höheren Klasse den Ligapokal. In der folgenden Spielzeit lief es dann – nach personellem Aderlass – nicht mehr so gut, doch zum Ende der Saison 2003/2004 konnte man als Drittplatzierter der Bezirksklasse sogar die zweite Mannschaft des eigenen Vereins hinter sich lassen.
Um auch weiterhin den Anfängern Spielgelegenheit zu geben, wurde seit 1984 (mit einigen, teils mehrjährigen Unterbrechungen) in der Kreisklasse eine vierte Mannschaft gemeldet, die 1987 (Kreisklasse B), 1997 und 2003 (eingleisige Kreisklasse) den Meistertitel erringen konnte. 2003 glückte überdies auch der Gewinn des Ligapokals. Im folgenden Jahr musste man sich mit Platz drei begnügen, obwohl man zuvor lange aussichtsreich mit dem Tabellenführer Schritt gehalten hatte.
Ein weiteres Nachwuchsteam (SKZ V) nahm in der Saison 1993/94 am Spielbetrieb der Kreisklasse teil, musste dann aber auf Grund von personellen Engpässen wieder aufgelöst werden.
Einer der größten Mannschaftserfolge für den SK Zweibrücken gelang 1996 mit einer Vierer-Jugendmannschaft: Die Spieler Hannes Callam, Marcus Kämmer, Martin Lenhard und Andreas Scheske machten den SKZ zum Rheinland-Pfalz-Meister der U20!
Über unser wohl prominentestes Vereinsmitglied, den Problemkomponisten P. A. Orlimont, wurde 1991 von Hermann Weißauer eine Monografie veröffentlicht, die den Lebensweg des Dr. Ernst Krieger, wie P. A. O. mit bürgerlichem Namen hieß, eindrucksvoll nachzeichnet. In der vereinseigenen Bibliothek ist dieses schöne Buch vorhanden; es lohnt sich sicher, einmal hineinzuschauen.
Seit Sommer 2000 pflegt der SK Zweibrücken – neben der Verbindung zum französischen Cercle Boulonnais des échecs – eine weitere grenzüberschreitende Vereinsfreundschaft, und zwar mit dem ŠK Liptov (Tatra-Gebirge, Slowakei). Diese Verbindung ist geprägt durch regelmäßige gegenseitige Besuche, bei denen sowohl sportliche als auch kulturelle Aspekte eine wichtige Rolle spielen.
Einzelne Mitglieder des SK 1905 Zweibrücken, der seit dem 21. Oktober 1998 im Vereinsregister des Amtsgerichts Zweibrücken eingetragen ist, machten sich in den letzten Jahren durch die Ausübung wichtiger Ämter einen Namen. So war Johannes Peetz von 1994 bis 2000 Vorsitzender des PSB-Schiedsgerichts und von 1995 bis 2001 Vizepräsident des Schachbundes Rheinland-Pfalz. Seit August 2000 ist Ralf Henkel stellvertretender Spielleiter des Bezirks V.
Auf sportlicher Ebene verdient sicherlich Erwähnung, dass der Verein seit 2002 eine jährlich stattfindende Offene Zweibrücker Schnellschach-Meisterschaft veranstaltet, mit der die Außenwirkung des SKZ deutlich gesteigert wird.
Zur Verbesserung der Außenwirkung gehört auch eine intensive interne wie auch externe Öffentlichkeitsarbeit: Von Juni 1993 bis Anfang 1995 wurde erstmals eine Vereinszeitung, der „Schachzug“, herausgegeben. Das Nachfolgeblatt, der „Zweibrücker Schach-Report“, erschien ab Sommer 1996 acht Jahre lang. Seit Frühjahr 2001 ist der SK Zweibrücken überdies auch im weltweiten Datennetz vertreten – unter der Adresse www.schachklub-zweibruecken.de.
Einen Weltrekord gab es zu Beginn des neuen Jahrtausends zu vermelden: Beim Turnier „Rechts und links vom Neckar“, das am 8. Juli 2001 nicht weniger als 4823 Schachfreunde an die Bretter gelockt hatte, war auch SKZ-Spieler Markus Gab aktiv. Das schachliche Großereignis fand Eingang ins Guinness-Buch der Rekorde.
Seit der Saison 2003/2004 ist nun auch in der 1. Bundesliga ein SKZ-Mitglied vertreten: Hannes Callam gab am 23. November 2003 in der Begegnung Hamburger SK gegen SC Anderssen St. Ingbert sein Debüt; weitere Einsätze in der Eliteliga folgten.


Große Schachspielerpersönlichkeiten aus den Reihen des SK Zweibrücken

P.A. Orlimont, der weithin bekannte Problemschachkomponist Inhalt  

Eines der berühmtesten Mitglieder des Zweibrücker Schachklubs war der weltbekannte Problemschachkomponist P.A. Orlimont (8. Juni 1867 bis 13. April 1943). Orlimont, dessen bürgerlicher Name Ernst Krieger war, wurde in Wolfstein geboren und lebte bis zu seinem Tod in Zweibrücken. Nach seiner Reifeprüfung am Herzog-Wolfgang-Gymnasium (1886) studierte Krieger in München und Heidelberg Jura. Seit November 1923 lebte er in Zweibrücken, wo er sich alsbald dem Schachklub anschloss, der ihm nach eigenen Worten zu seiner zweiten Heimat geworden war und dem er zeitlebens treu blieb. Seinen Künstlernamen „verdankte“ Krieger seinen Mitschülern, die ihn wegen seiner Klugheit „Plato“ riefen. Krieger korrigierte diesen Spitznamen in „Plato minor“, was so viel heißt wie „Der kleinere Plato“. Aus den Buchstaben der lateinischen Bezeichnung bastelte Krieger später das Anagramm P.A. Orlimont, unter dem der Zweibrücker Berühmtheit erlangte.
Zum Schachspiel fand Krieger bereits während seiner Schulzeit. Bald begann er, Schachprobleme zu verfassen. Sein Erstlingswerk erschien 1886 in der Schachspalte der Münchener Neuesten Nachrichten. Ab 1900 veröffentlichte Krieger Schachprobleme unter seinem Pseudonym R. Frieder. Während seiner Studienzeit in München traf Krieger den Problemkomponisten Adolf Bayersdorfer, der dem jungen Pfälzer eine große Karriere als Problemkomponist voraussagte.
Nach einer mehrjährigen Pause trat Krieger 1914 wieder mit neuen Kompositionen in Erscheinung. Von nun an benutzte er ausschließlich den Decknamen P.A. Orlimont. Inspiriert wurde er nun vor allem durch das Buch Das indische Problem von Johannes Kohtz und Carl Kockelkorn (erschienen in Potsdam 1903), das er für das bedeutendste der Problemliteratur hielt.
Doch Ernst Krieger alias P.A. Orlimont war auch als Vereinsspieler aktiv. Hierzu gibt es einen interessanten Zeitungsbericht aus dem Jahre 1937, verfasst von Edmund Hüther: Da ließ sich 1923 in Zweibrücken ein älterer Rechtsanwalt nieder. Er trat gleich unserem Schachverein bei, wo sein kombinationsfrohes, fallen- und fintenreiches Spiel schnell unser Entzücken erregte und uns die Hölle heiß machte. [...] Seitdem ist P.A.O. ein treues Mitglied unseres Schachvereins, hat das hiesige Schachleben ungemein befruchtet, und die einheimischen Schächer, die sich bis dahin um Probleme den Teufel gekümmert hatten, zu tüchtigen Problemlösern und selbst Problemverfassern erzogen. [...] Er ist der einzige Pfälzer, dessen Name schachlich Weltgeltung hat und in der ganzen Schachwelt unbestrittenes Ansehen genießt. Weiter darf ich nichts Rühmendes sagen. Mein Freund und Problemlehrer hat nämlich auch seine Eigentümlichkeiten. Und dazu gehört, dass er jedesmal einen Wutanfall bekommt, wenn in der Öffentlichkeit Aufhebens von ihm gemacht wird. [...] Er ist uns allen ein lieber, älterer Freund und Berater geworden. Sein kerniger, beißender, geistsprühender Humor hat den Zweibrücker Schachkreis erst zu der lebensfrohen, gemütlichen und geselligen Vereinigung gemacht, als die sie bekannt ist.
Hunderte von Schachproblemen wurden von Ernst Krieger im Laufe von fast 50 Jahren geschaffen; man findet diese in fast jedem entsprechenden Sammelband, ebenso wie man seinen „Künstlernamen“ P.A. Orlimont in jedem Schachlexikon entdecken kann. Der Schachklub Zweibrücken kann auf alle Fälle stolz sein, ein derart berühmtes Mitglied in seinen Reihen gehabt zu haben.

Edmund Hüther – eine Institution des Schachsports Inhalt  

Neben dem berühmten Problemschachkomponisten P.A. Orlimont hatte der SK Zweibrücken noch eine weitere herausragende Persönlichkeit in ihren Reihen. Auch wenn Edmund Hüther nicht den gleichen hohen Bekanntheitsgrad erreichen konnte wie sein langjähriger Weggefährte P.A.O., so ist sein Name doch eng mit dem Schachsport in Zweibrücken und auch in der Pfalz verknüpft. Edmund Hüther war bereits nach dem Ersten Weltkrieg maßgeblich daran beteiligt, dass in Zweibrücken wieder ein Schachklub gegründet wurde. Diesen führte er lange Jahre als 1. Vorsitzender, bis er im „Dritten Reich“ vom PSB, dessen 2. Vorsitzender Hüther noch von 1929 bis 1932 war, für abgesetzt erklärt wurde. Diese Maßnahme wurde von den Zweibrücker Schachfreunden indes ignoriert. Als sich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder einige Freunde des königlichen Spiels trafen, um als Schachabteilung des damaligen VfR Zweibrücken (heute VB Zweibrücken) an den Verbandsspielen teilzunehmen, war Edmund Hüther natürlich mit von der Partie. Da er unter den einheimischen Schachakteuren zur absoluten Spitze zählte, spielte er am ersten Brett für den VfR, der ab 1950 sogar zu den besten Mannschaften der gesamten Pfalz gehörte. Als sechs Jahre später der SK 1905 Zweibrücken wiedergegründet wurde, zählte Hüther zu den Männern der ersten Stunde. Als 2. Vorsitzender (bis 1959) und Spielleiter (bis 1962) war er noch einige Zeit Vorstandsmitglied. Darüber hinaus spielte er viele Jahre am ersten Brett für „seinen“ SK Zweibrücken, bei dessen Vereinsmeisterschaften Edmund Hüther 1959, 1965 und 1966 den ersten Platz erringen konnte. Außerdem gewann er 1961 und 1965 den Vereinspokal. Bei Schachkongressen auf Pfalzebene belegte er häufig recht beachtliche Platzierungen. Daneben verdient sicherlich Erwähnung, dass er sich, angeleitet von P.A. Orlimont, auch als Problemschachkomponist versuchte.
Man kann also mit Recht behaupten, dass Edmund Hüther eine Institution des Schachsports war. Nicht nur als Spieler (und in kleinem Rahmen wohl auch als Problemschachexperte), sondern auch als Funktionär hat er sich einen Namen gemacht. Dieser Mann, dessen Markenzeichen seine Pfeife war, hat sich einen Ehrenplatz unter den wichtigsten Schachgrößen der Pfalz sicher verdient.

Hermann Römmig, der Standhafte* Inhalt  

Als beeindruckende und große Persönlichkeit stellt sich Hermann Römmig, Vorsitzender des PSB von 1924-1933, dann noch einmal von 1948/49, aus den Archivunterlagen dar. Der selbstständige Kaufmann aus Zweibrücken bekleidete auch im DSB lange Jahre das Amt des Schatzmeisters. Er hat den Verband mit Würde und Niveau geführt. Seine große Stunde kam 1933, als er standhaft und mutig sich von der nationalsozialistischen Gleichschaltung distanzierte, unter ausdrücklichem Protest zurücktrat und auf DSB-Ebene in einem letzten, mutigen Akt versuchte, den Zwangsanschluss des Deutschen Schachbundes an den Großdeutschen Schachbund der Nazis in letzter Sekunde zu verhindern. Als Opfer des Nationalsozialismus hat er innerhalb klarer Grenzen den verständlichen Opportunismus seiner schachlichen Weggefährten im „Dritten Reich“ verstanden und verziehen. Obwohl er sich auf Grund des erlittenen Leides vorgenommen hatte, nie mehr für den Schachbund tätig zu sein, stellte er sich dann doch bei der Wiedergründung nach 1945 zur Verfügung und half mit, einen neuen PSB auf den Weg zu bringen. Den niedergelegten Ehrenvorsitz nahm er wieder an und starb hochgeachtet 1958. Solange der PSB besteht, kann er mit Stolz auf die Verdienste und die Standhaftigkeit dieses Vorsitzenden zurückblicken.

* Dieser Text wurde der Festschrift „75 Jahre Pfälzischer Schachbund“ entnommen.


recherchiert und verfaßt von P. Schwichow
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aktualisiert am 30.08.2004