Schachklub 1905 Zweibruecken e.V.

Pressemitteilung vom 15. Dezember 2002 an den „Pfälzischen Merkur“:

Jugendschach beim SK 1905 Zweibrücken

Wer freitags zwischen 17 und 19 Uhr das Gasthaus „Zum Roten Ochsen“ in Zweibrücken-Ixheim aufsucht, trifft dort meist eine große Zahl an Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren. Diese veranstalten jedoch nicht etwa ein Höllenspektakel, sie rennen auch nicht wild zwischen den Gästen hin und her, die dort in Ruhe speisen möchten - nein, die jungen Leute versammeln sich in einem Nebenzimmer, um einer interessanten Freizeitbeschäftigung nachzugehen: Sie spielen Schach! „Durchschnittlich kommen jeden Freitag zwölf bis 16 Kinder und Jugendliche zu uns“, verrät Jörg Christiani, der Nachwuchstrainer des SK 1905 Zweibrücken, der gemeinsam mit Nico Hoffmann, dem Jugendleiter des Vereins, die zweistündigen Übungseinheiten betreut. „Bei uns werden viele Partien gespielt, doch auch das eigentliche Training kommt nicht zu kurz“, erklärt Christiani. In erster Linie taktische Dinge stünden auf dem Übungsplan, doch komme es auch häufig zu „Spontantraining“. Wobei es keineswegs streng und bierernst zugeht. „Wir setzen auf das aktive Mitwirken der Jugendlichen und garantieren ihnen im Gegenzug während der Trainingszeit eine schachliche Rundumbetreuung in aufgelockerter Atmosphäre“, sagt Hoffmann, der seit September 2001 für den Nachwuchsbereich beim SKZ verantwortlich ist und seine Schützlinge häufig auch auswärts bei Turnieren betreut. Was gemacht wird, hängt also stark von der Gruppe selbst ab. Christiani ergänzt: „Ich biete den Leuten ein Training an. Wer kann, macht mit; diejenigen, denen es zu schwer ist, schauen einfach zu oder spielen freie Partien.“ Neben dieser Gruppenschulung gibt es beim SKZ auch Individualtraining - vor allem als Vorbereitung auf Mannschaftskämpfe in der Liga. Die Integration der Nachwuchskräfte in die Vereinsteams ist ein wesentlicher Bestandteil der Jugendarbeit.

Was ist eigentlich dran an der weit verbreiteten Vorstellung, Schach sei langweilig und trocken? Dies sei ein Klischee, das man unbedingt aus der Welt schaffen sollte, so Hoffmann. In der Tat erweckt niemand in dieser großen Jugendgruppe den Eindruck, er sei gelangweilt. Im Gegenteil: Die Stimmung ist gut, alle sind sehr konzentriert bei der Sache. Bereits die Jüngsten machen sich gegenseitig auf schlechte Züge aufmerksam, gelegentlich wird aber auch mal herumgealbert. „Das Schöne in unserer Gruppe ist, dass selbst die ganz ruhigen Leute von den lebhafteren mit ins Geschehen eingebunden werden“, erzählt der Jugendleiter. So entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, welches auch beim Schach, das ja eigentlich eine Einzelsportart darstellt, von Bedeutung ist.

Neben der Trainingsarbeit bildet das von Nico Hoffmann geleitete Jugend-Vereinsturnier eine wichtige Säule bei der schachlichen Beschäftigung. Am derzeit laufenden Wettbewerb beteiligen sich nicht weniger als 13 Denksportler, wobei auffällt, dass keineswegs nur die älteren den jüngeren die Punkte wegnehmen.

Zu den talentiertesten Nachwuchskräften des SKZ zählt zweifellos der achtjährige Laurin Döll. Kurz vor Weihnachten 2001 erlernte er das Schachspielen, wenige Wochen später stieß er zur SKZ-Jugend, und seitdem verbessert er sich kontinuierlich. Anfang November holte er sich den Sieg bei der U10-Bezirks-Meisterschaft. Das nächste Ziel des jungen Bezirksklasse-Akteurs: die erfolgreiche Teilnahme an der Offenen Pfalzmeisterschaft der U10 (voraussichtlich im Februar 2003).

Ebenso auf Pfalzebene starten wird demnächst (2. bis 5. Januar in Bad Dürkheim) die zweimalige U16-Bezirksmeisterin Verena Wolf, die vor Jahresfrist bei der „Pfälzischen“ überraschend den dritten Platz belegt hatte, und deren Leistungskurve deutlich nach oben zeigt. Auch die 13-jährige Annika Löthscher, die bei den SF Althornbach aktiv ist, sich jedoch seit Mitte November beim SK Zweibrücken auf ihre nunmehr dritte Teilnahme an einer Pfalz-Jugendmeisterschaft vorbereitet, wird in Bad Dürkheim auf Punktejagd gehen. Übereinstimmend sagen beide Mädchen, dass ihnen das Training beim SKZ gut gefalle.

Ob es Verena (U16) oder Gastspielerin Annika (U14) gelingen wird, den Erfolg von Katharina Peetz zu wiederholen, die sich vor Jahresfrist als Pfalzmeisterin (U18) für die Rheinland-Pfalz-Titelkämpfe qualifizieren konnte (dort wurde die SKZ-Akteurin Dritte), bleibt abzuwarten. Dass durch die guten Resultate der Jugendlichen bei zahlreichen Turnieren die hervorragende Arbeit des Trainergespanns Hoffmann/Christiani bestätigt wird, steht indes außer Frage. Die positive Wirkung der Übungsstunden erkennt man auch, wenn man sich die Tabelle der Kreisklasse anschaut, wo die fast ausschließlich aus Nachwuchsspielern bestehende vierte Mannschaft des SKZ verlustpunktfrei Rang eins belegt.
Peter Schwichow

Jugendschach Interessiert verfolgen die älteren Jugendspieler sowie die beiden Betreuer die Partien der jüngsten Schachfreunde. Stehend (v.l.): Trainer Jörg Christiani, Jugendleiter Nico Hoffmann, Steffen Sax, Simon Thiel, Stefan Graf, Mark Schönborn, Christoph Wolf, Verena Wolf und Gastspielerin Annika Löthscher (von den SF Althornbach). Sitzend (v.l.): Maximilian Miesel, Fabian Mayer, Denis Guth, Lukas Hoffmann, Benedikt Bommarius und Laurin Döll.
Foto: Harry Sadowski


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aktualisiert am 15.12.2002